Der Aufruf an unsere Leser läuft: Schicken Sie uns Ihre Geldfragen! Viele haben uns schon geschrieben. Eine erste Auswahl der Fragen hatten wir Finanzbloggern und anderen Anlageexperten vorgelegt, und sie haben geantwortet. Auf geht's zur zweiten Runde.

Frage von "ChristianF": Da ich bereits Aktien und Fonds besitze, überlege ich, in Gold oder Silber zu investieren. Wie kann ich das am besten tun – Goldbarren bei der Bank kaufen? Anleihen von Goldminenbetreibern erwerben? Und ist es zurzeit überhaupt sinnvoll?

Antwort von Daniel Saurenz: Wer bereits Aktien und Index- oder andere Fonds besitzt und als Ergänzung in Gold oder Silber investieren möchte, hat ganz grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten. Die greifbarste Variante wäre, zu einem Edelmetallhändler zu gehen und dort Gold oder Silber physisch zu erwerben. Und zwar in Form von Barren oder Münzen. Der Preis wäre abhängig vom Tageskurs der Edelmetalle. Händler in Frankfurt berichten, dass gerade mit den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) die Nachfrage wieder angezogen hat, selbst wenn der Goldkurs in US-Dollar noch nicht mithalten konnte. In Euro macht sich die gestiegene Nachfrage allerdings durchaus bemerkbar.

Variante zwei wäre ein Sparplan auf eine der Edelmetallsorten oder der Kauf eines sogenannten "Exchange Traded Products", kurz ETP. Das ist ein börsengehandeltes Papier, das durch das jeweilige Edelmetall gedeckt ist. Das Gold oder Silber ist physisch bei dem Wertpapieranbieter hinterlegt. Der Vorteil dabei sind die niedrigen Kosten: Der Anleger muss weder Verwahrungskosten noch Ausgabeaufschläge zahlen. Man profitiert ganz einfach an der Entwicklung von Gold, Silber oder auch Platin oder Palladium. Die letztgenannten Edelmetalle sollte man nicht vergessen, sie hatten zuletzt zeitweise ausgesprochen starke Phasen.

Zur Frage, ob ein Investment in Edelmetalle sinnvoll ist: Dies hängt natürlich wie immer von Ihrer Erwartung ab, wie sich der Kurs über die kommenden Jahre entwickeln wird. Darüber hinaus werden die Edelmetalle aber immer auch als eine Art "Versicherung" angeführt, speziell Gold. Auch dies liegt im Auge des Betrachters. Als Beimischung sind Edelmetalle für ein Depot aber durchaus geeignet.

Frage von M. Hinrichs: Ich habe Geld vor mehreren Jahren in einem Fonds angelegt. Entgegen der Prognose hat sich der Fonds deutlich schlechter entwickelt, aktuell liegt der Marktwert bei rund 20 Prozent meines Kaufpreises. Allgemein gesprochen: Lohnt es sich in solch einer Situation, noch weiter auf eine Erholung zu warten oder sollte man versuchen, die verbliebenen Einlagen durch Verkauf zu retten?

Antwort von Marc O. Schmidt: Generell gilt: Der Ausgleich von realisierten Verlusten wird immer schwieriger, je höher man den Verlust hat auflaufen lassen. Ist der Wert eines Investments einmal auf 20 Prozent gefallen, muss er sich verfünffachen, um wieder den Ausgangswert zu erreichen. Ob dieser Turnaround realistisch ist oder nicht, hängt vom Einzelfall ab. Im Allgemeinen dürfte es aussichtsreicher sein, den Fonds zu verkaufen und das Geld in andere Anlagen zu investieren. Um solche Verlegenheiten zu vermeiden, sollte man sich bereits beim Kauf einer Anlage einen Maximalverlust als Schmerzgrenze setzen und konsequent aussteigen, sobald diese erreicht ist. 15 oder 20 Prozent Verlust lassen sich viel einfacher ausgleichen als Beinahe-Totalverluste.