Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat ihren Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben. Der Zinssatz, zu dem sich Banken gegenseitig Geld leihen, steige um 0,25 Punkte auf eine Spanne von 1,75 bis 2 Prozent, teilte die Fed nach einer Sitzung ihres für die Zinspolitik zuständigen Ausschusses mit. Zuletzt hatte es 2008 und damit noch vor dem Höhepunkt der Weltfinanzkrise eine Zwei vor dem Komma gegeben.

Im März hatte die US-Notenbank ebenfalls den Zins erhöht, 2017 hat die Notenbank die Zinsen dreimal angehoben. Weiter signalisierte sie, dass es 2018 noch zwei weitere Zinserhöhungen geben könne. Bislang war von insgesamt drei Zinsschritten in diesem Jahr die Rede gewesen.  

Seit die Fed Ende 2015 begann, ihre im Zuge der Finanzkrise gelockerte Geldpolitik zu normalisieren, wurde das Zinsniveau nun schon siebenmal um je 0,25 Prozentpunkte erhöht. Die US-Notenbank fährt damit einen deutlich strafferen Kurs als die Europäische Zentralbank, deren Leitzins für den Euroraum immer noch bei null Prozent liegt.

Die Notenbank reagiert damit auf den anhaltenden Wirtschaftsaufschwung, der durch die radikale Steuerreform von US-Präsident Donald Trump zusätzlich angetrieben wurde. Außerdem ist die Arbeitsmarktlage gut. Trotz Handelsstreits und steigender Staatsschuldenquote boomt die amerikanische Wirtschaft, die Erwerbslosenquote lag zuletzt bei 3,8 Prozent – so niedrig wie seit 18 Jahren nicht mehr. Mit der Leitzinserhöhung steigen zunächst die Kosten für Geld, das Banken sich über Nacht untereinander leihen. Dadurch werden tendenziell aber auch Kredite für Unternehmen und Verbraucher teurer.