Google möchte seinen Finanzbereich ausbauen und eigene Girokonten anbieten. Dafür möchte der Internetkonzern mit der Citigroup, einer der größten US-Banken, sowie einer kleinen Kreditgenossenschaft aus Stanford zusammenarbeiten. Dies geht aus einem Artikel des Wall Street Journal hervor, das als Erstes über das noch unveröffentlichte Projekt namens Cache berichtete. Dieses soll demnach im kommenden Jahr gestartet werden.

"Unser Ansatz wird es sein, eng mit Banken und dem Finanzsystem zusammenzuarbeiten", sagte Google-Manager Caesar Sengupta dem Wall Street Journal. Dies könnte eine Reaktion auf die zum Teil problematische Zusammenarbeit anderer Internetkonzerne mit Finanzunternehmen sein.

Im Hinblick auf mögliche Datenschutzbedenken sagte er, dass die Finanzdaten der Girokonten-Nutzerinnen nicht für Werbezwecke verkauft werden sollen. Zudem sollen die Daten nicht für Werbezwecke verwendet werden oder an Werbetreibende weitergegeben werden. Bisher ist nicht klar, ob Google für das Girokonto Gebühren verlangen wird.

Bei einer Umfrage trauen 58 Prozent der Befragten Googles Finanzprodukten

Google ist nicht der einzige Internetkonzern, der auch im Finanzbereich aktiv ist. Seit Sommer bietet Apple etwa seinen Nutzerinnen und Nutzern neben dem Bezahldienst Apple Pay eine Kreditkarte an und auch bei Amazon soll es laut dem Wall Street Journal schon Gespräche über ein mögliches Girokonto gegeben haben.

Google selbst bietet seit 2011 Google Wallet an, bei dem die Nutzer ihre Kredit- und Debitkarten digital speichern können. Dieser Dienst wurde später in den mobilen Bezahldienst Google Pay überführt. 2015 erörterte Google Möglichkeiten, um E-Mails zum Bezahlen von Rechnungen zu nutzen.

Finanzdienstleistungen sind für Tech-Unternehmen eine Möglichkeit, Nutzerinnen und Nutzer enger an sich zu binden. Das Wall Street Journal zitiert eine Umfrage der Beratungsfirma McKinsey, in der kürzlich 58 Prozent der Befragten angaben, den Finanzprodukten von Google zu trauen. Das Vertrauen war demnach größer als in Apple und Facebook, aber schlechter als in Amazon-Finanzprodukte.