Der vereinbarte Verkauf des Autobauers Opel an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna hat in einigen europäischen Nachbarstaaten Empörung ausgelöst. Die spanischen Gewerkschaften kündigten Proteste für den Fall an, dass es in dem Standort im nordostspanischen Figueruelas zu einem massiven Stellenabbau kommt. In dem Werk nahe Saragossa in Nordspanien gelten rund 1650 der insgesamt 7500 Jobs als gefährdet. Die Gewerkschaften in Spanien hatten einen Verkauf von Opel an den belgischen Finanzinvestor RHJI befürwortet, weil dessen Pläne weniger Stellenstreichungen in ihrem Land vorsahen.

In Belgien forderte der liberale Finanzminister und Vize-Premierminister Didier Reynders eine Untersuchung über möglichen Protektionismus in Deutschland. Seine Kollegin, Arbeitsministerin Joëlle Milquet, beklagte, dass es bei der Opel-Krise an europäischem Zusammenhalt mangele. Der belgische Opel-Standort Antwerpen gilt als gefährdet. 

Großbritanniens Wirtschaftsminister Peter Mandelson befürchtet indes nicht, dass Magna eher britische als deutsche Arbeitsplätze abbauen werde. Fraglos stehe die gesamte Belegschaft von Vauxhall und der Schwestermarke Opel in Europa vor Umstrukturierungen, sagte er der BBC. Die Zukunft der Vauxhall-Werke sehe er aber nicht als gefährdet, sagte Mandelson: "Aber wenn Sie mich fragen, ob die Zukunft der beiden britischen Werke sicher ist, da habe ich die Zusicherung von Magna erhalten."

Die EU-Kommission will nun die Industrieminister der betroffenen Mitgliedsstaaten einberufen. "Das Treffen soll allen beteiligten Mitgliedstaaten Transparenz und Informationen zusichern", sagte ein Sprecher der Kommission am Freitag in Brüssel. Der Sprecher mahnte erneut, dass der Restrukturierungsplan "wirtschaftlich stimmig" sein müsse. Staatshilfen müssten zudem allen Aspekten der
EU-Regeln entsprechen. "Es muss garantiert werden, dass das Unternehmen in Zukunft überlebensfähig ist."

Die Kommission besteht darauf, dass bei der Gewährung von Staatshilfen für Opel keine Standorte benachteiligt werden dürfen. Die Behörde könnte die 4,5 Milliarden Euro Kredite und Bürgschaften für Opel als unerlaubte Beihilfen ablehnen.