Die Deutsche Bahn leidet unter der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Insbesondere der Schienengüterverkehr büßte erheblich an Umsatz ein. Die Folgen der Rezession spielen deshalb auch bei der Mittelfristplanung des Logistikkonzerns eine große Rolle – mit offenbar verheerenden Konsequenzen für die Belegschaft.

So stehen nach Informationen der Gewerkschaft Transnet in den kommenden Jahren bis zu 13.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Diese Zahl nannte der Transnet-Vorsitzende Alexander Kirchner in Berlin. Er bezog sich dabei auf die Planung des Konzerns bis zum Jahr 2015. Beschlüsse dazu würden bei einer Aufsichtsratssitzung im Dezember erwartet.

Zuletzt hatte Bahn-Logistikvorstand Karl-Friedrich Rausch den Abbau von nahezu 4000 Arbeitsplätzen als notwendig bezeichnet. Wegen der Konjunkturflaute werde für rund 2400 Beschäftigte dauerhaft keine Arbeit da sein, sagte er. "Dazu kommt ein struktureller Anpassungseffekt von weiteren 1500 Arbeitsplätzen." Auch bei der Tochter DB Schenker Rail, der Güterverkehrssparte der Bahn, gebe es ein zusätzliches Risiko für Stellen. Grund sei "der derzeitig dramatische Preiskampf" mit den Lastwagen-Speditionen.

Diese Realität will auch Gewerkschaftsboss Kirchner nicht verleugnen und bezeichnete es als "richtig und notwendig", wegen der Krise insbesondere den Güterverkehr neu aufzustellen und neu zu strukturieren. "Jetzt aber scheint der Bahn-Vorstand überzureagieren", sagte er und warnte davor, sich beim Gütertransport in der Fläche zurückzuziehen. Bei einem neuen Aufschwung würde es der Bahn dann an Kapazitäten fehlen.

Der Konzern selbst wollte sich zu den Transnet-Angaben nicht äußern. "Ich kann die genannte Zahl nicht bestätigen", sagte ein Unternehmenssprecher in Berlin, Stattdessen verwies er auf die vereinbarte Beschäftigungssicherung und betonte: "Kein Eisenbahner wird arbeitslos."

Grund dafür ist die konzerninterne Regelung, wonach die Mitarbeiter der Bahn durch eine tarifvertragliche Garantie vor Entlassungen geschützt sind. Beschäftigte, deren Arbeitsplätze wegfallen, werden – sofern möglich – über einen internen Arbeitsmarkt auf andere Stellen vermittelt.

Diese Schutzmaßnahme läuft allerdings Ende 2010 aus. Im kommenden Jahr wollen Bahn und Gewerkschaften über neue Möglichkeiten der Beschäftigungssicherung für die Zeit danach verhandeln.