Für die Marke Saturn des amerikanischen Autobauers General Motors (GM) ist die letzte Chance zur Rettung verstrichen. Nach dem Scheitern des Verkaufs an Penske kündigte GM am Mittwochabend nach Börsenschluss an, die Marke werde bis Oktober 2010 eingestellt. Nun müssen rund 350 Saturn-Autohäuser schließen, etwa 13.000 Arbeitsplätze in den USA könnten verloren gehen.

Damit ist GM konsequent geblieben: Bereits im Februar hatte der Detroiter Konzern angekündigt, Saturn entweder abzuspalten oder abzuwickeln. Im Juni dann unterzeichneten GM und Penske einen Vorvertrag zur Übernahme von Saturn. Die nach Umsatz zweitgrößte amerikanische Autohandelskette wollte sich nur die Rechte an der Marke sichern, aber keine Werke von GM übernehmen. Deshalb war es entscheidend, einen Partner für die spätere Produktion zu finden.

Diesen Partner fand Penske Medienberichten zufolge im Konzern-Verbund Renault-Nissan. Zusammen mit den Franzosen wollte die Penske Automotive Group ein unabhängiges Vertriebsmodell für die Saturn-Modelle und -Ersatzteile aufbauen. Noch in dieser Woche wollten die Verhandlungspartner die Transaktion von Saturn von GM zu Penske besiegeln.

Der Deal ist geplatzt, laut Penske am Veto des Vorstands des Verhandlungspartners, sprich von Renault. Ohne diese Vereinbarung seien die Risiken und Unsicherheiten hinsichtlich der Verfügbarkeit künftiger Produkte zu groß gewesen, teilte die Kette mit. In dem Fall sei man von GM nur noch für eine begrenzte Zeit beliefert worden.

GM hatte Saturn 1983 gegründet, um bei Qualität und Service mit den japanischen Autobauern konkurrieren zu können. Zu den meistverkauften Saturn-Modellen gehören der Geländewagen Vue und die Limousine Aura. Unter dem Saturn-Logo wurden in den USA bisher auch die Opel-Modelle Astra, Vectra und Antara vertrieben.

Auch GM-Chef Fritz Henderson äußerte sich enttäuscht über das Scheitern der Verhandlungen. Hunderte Angestellte und Händler hätten über Monate hinweg hart für eine neue Saturn-Marke gearbeitet, hieß es in einer Stellungnahme des Konzernbosses.

GM, einstiger Weltmarktführer und inzwischen mit 50 Milliarden Dollar von der US-Regierung gestützt, will mehrere Marken – darunter Saab und Hummer – abstoßen und sich künftig auf Buick, Chevrolet, Cadillac und GMC konzentrieren. Diese vier Marken machen rund 80 Prozent des Umsatzes aus. So wie Saturn soll auch Pontiac abgewickelt werden. Der Verkauf der ehemaligen Tochter Opel ist nach monatelangem Hickhack besiegelt.