Der Hedgefonds-Manager Helmut K., der am Mittwoch festgenommen wurde, hat offenbar nicht nur internationale Großbanken, sondern auch deutsche Privatanleger um etliche Millionen Euro betrogen. "Bei uns melden sich täglich eine Reihe von Personen aus dem privaten und institutionellen Bereich, die Kapital bei K1 angelegt haben", sagte Anwalt Klaus Nieding.

Wie hoch die Schadenssumme sei und wie viele Sparer ihr Geld verloren hätten, sei nicht abschätzbar. "Das ganze Konstrukt ist sehr intransparent, und es ist für Anleger nicht nachvollziehbar, wo das Geld am Ende angelegt wurde".

Der in Aschaffenburg wohnhafte K1-Gründer K. sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Würzburg wirft ihm vor, sich nicht an Anlagerichtlinien gehalten zu haben.

Der 50-jährige, studierte Psychologe und Sozialpädagoge soll rund um den in der Karibik registrierten Hedgefonds K1 Global Sub Trust ein weit verzweigtes Netz an Investmentfirmen aufgebaut und Geld von Anlegern entgegen der Absprachen für andere Zwecke ausgegeben haben. Unter anderem soll er sich Flugzeuge, Helikopter sowie Luxusimmobilien in Florida gekauft haben.

Allein den Großbanken Barclays und BNP Paribas ist der Staatsanwaltschaft zufolge ein Schaden von bis zu 280 Millionen Dollar entstanden. Insgesamt hat K. nach Aussagen eines Mitarbeiters seiner Vertriebsfirma etwa 600 Millionen Euro von Investoren eingesammelt.

Der Milliardär soll mit Barclays vor etwa fünf Jahren Kontakt aufgenommen haben. Das Geld der Bank soll der Mann in verschiedene Fonds investiert haben, ohne Wissen der Bank. Über ein kompliziertes Firmengeflecht soll das Geld zum Beispiel zum Kauf eines Flugzeuges genutzt worden sein. Dieses wollte der Beschuldigte offenbar an Geschäftskunden weitervermieten und es zugleich als Sicherheit für ein Darlehen bei einer anderen Bank nutzen.

Auch in den USA wird gegen den Fondsmanager ermittelt: Ein in die Affäre verwickelter deutscher Vermögensberater ist in Florida nach einer Razzia der Bundespolizei FBI und der Steuerbehörde festgenommen worden.

Für die Finanzaufsicht BaFin ist K. kein Unbekannter. Der 50-Jährige war unter anderem bereits 2001 aufgefallen, weil er ohne Erlaubnis Geld von Kunden einsammelte, verwaltete und anlegte – also eine Finanzportfolio-Verwaltung führte. Dies wurde ihm damals untersagt. Dem folgten weitere Verfahren, eines ist einem BaFin-Sprecher zufolge noch anhängig.