ZEIT ONLINE: Herr Gogarten, der Insolvenzverwalter von Arcandor, Klaus Hubert Görg, behauptet,  Quelle sei letztlich an der mangelnden Bereitschaft der Banken gescheitert, die Zwischenfinanzierung für den Versandhandel zu übernehmen. Ihr Haus, die Valovis-Bank, ist die Hausbank von Quelle. Haben Sie das Unternehmen fallen gelassen?

Robert Gogarten: Davon kann keine Rede sein. Wir hätten das Geschäft gerne weiter finanziert. Anders als unsere Partner, die Commerzbank und die Bayern LB, die bereits früher angekündigt haben, bald wieder aussteigen zu wollen.

ZEIT ONLINE: Warum?

Gogarten: Das müssen sie die Institute selbst fragen. Die Gründe sind mir nicht bekannt. Das Problem war aber ohnehin viel grundlegender: Es hat keinen Investor für die Quelle gegeben. Die Spezialversender sind ein anderer Fall, dort gab es Interessenten. Bei der Quelle gibt und gab es keinen Investor, der daran geglaubt hat, mit der Gesellschaft wieder ausreichend Geld verdienen zu können.

ZEIT ONLINE: Vielleicht hätte es einen Investor gegeben, wenn die Banken kompromissbereiter gewesen wären.

Gogarten: Die Sachlage ist doch anders. Mit mir hat kein potenzieller Investor das Gespräch gesucht, bis zuletzt nicht. Es hat vereinzelt Gespräche auf Arbeitsebene gegeben, Sondierungsgespräche, an denen ich nicht beteiligt gewesen bin. Das ist auch nicht meine Aufgabe. Hätte es einen ernsthaften Interessenten gegeben, wäre es doch zu Gesprächen gekommen, an denen die wichtigsten Entscheider im Fall Quelle – also auch die Banken – mit am Tisch gesessen hätten. Das war nicht der Fall.

ZEIT ONLINE: Muss man das als Kritik an dem Insolvenzverwalter Görg verstehen?

Gogarten: Nein, ich kritisiere niemanden. Ich weiß nicht, ob es möglich gewesen wäre, einen Interessenten für die Quelle zu finden.

ZEIT ONLINE: Woher kam der plötzliche Zeitdruck bei der Rettung der Quelle?

Gogarten: Der Zeitdruck kam daher, dass die Quelle in diesen Tagen Ware bestellen musste, um im Frühjahr liefern zu können. Das war nicht mehr möglich. 

Robert Gogarten ist Vorstandsvorsitzender der Valovis-Bank. Die Fragen stellte Philip Faigle.