Für das traditionsreiche Versandhaus Quelle gibt es keine Rettung mehr. Der geplante Verkauf der Versandhandelsgruppe Primondo, zu der Quelle gehört, sei gescheitert, sagte der Insolvenzverwalter des Mutterkonzerns Arcandor, Klaus Hubert Görg, am Montagabend.



Keiner der insgesamt vier Interessenten habe bis zum Montag ein Angebot abgegeben. "Nach intensiven Verhandlungen mit einer Vielzahl von Investoren sehen Insolvenzverwalter wie Gläubigerausschuss jetzt keine Alternative zur Abwicklung von Quelle Deutschland mehr", teilte Görg mit. Am Dienstagnachmittag soll die Belegschaft in Fürth informiert werden.

Quelle-Betriebsratschef Ernst Sindel reagierte schockiert auf das Aus. "Das ist für die betroffenen Menschen und ihre Familien eine Riesen-Katastrophe", sagte er am Dienstag. Bis zuletzt habe man sich das nicht vorstellen können, sagte Sindel. "Auch für die Region Nürnberg ist das eine einzige Katastrophe."

Sindel hatte im Gläubigerausschuss bis zuletzt um eine Lösung gerungen. "Ich habe nochmals alles probiert", sagte er. "Aber es ist aussichtslos. Obwohl ich nie aufgebe, mache ich mir jetzt keine Hoffnungen mehr."

Verlust von etwa 7500 Arbeitsplätzen

Insgesamt kann die Schließung rund 7500 Mitarbeitern den Job kosten, die genaue Zahl werde noch ermittelt. Für 2500 der 10.500 Beschäftigten war bereits zuvor ein Sozialplan ausgehandelt worden, 600 Angestellte hatten nach Angaben Görgs freiwillig gekündigt. Rund 1500 Stellen fallen direkt bei Quelle weg, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters. 

Die übrigen Teile von Primondo sollen nun in Einzelteilen verkauft werden. Dazu gehören das Auslandsgeschäft von Quelle in der Schweiz, Österreich und Osteuropa, mehrere Spezialversender (Peter Hahn, Baby Walz) und der Einkaufssender HSE24.

Görg machte die gescheiterten Verhandlungen über den Verkauf von Forderungen ratenzahlender Kunden für das Aus für Quelle mitverantwortlich. "Der Versand- oder Distanzhandel funktioniert ohne solide finanzierte Ratenzahlungssysteme nicht", sagte Görgs Quelle-Beauftragter Jörg Nerlich.