Die Sanierung von Karstadt kommt offenbar besser voran als erwartet: Der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg wird der Gläubigerversammlung am Dienstag einen operativen Gewinn präsentieren, wie das Handelsblatt berichtet. Vor allem der Oktober sei sehr gut gelaufen, bestätigte Görgs Sprecher der Zeitung. Genaue Zahlen nannte er nicht.

Bereits im ersten Halbjahr hatte Karstadt einen Millionengewinn verbucht. Damit steigen die Chancen, nach erfolgreicher Sanierung einen Käufer für die Warenhauskette zu finden und eine Zerschlagung zu verhindern. Der Handelskonzern Metro hatte gehofft, in diesem Fall die besten Standorte übernehmen zu können.

Allerdings werden nicht alle 91 Warenhäuser des Konzerns bestehen bleiben. Von den 17 Standorten auf Görgs Prüfliste würden sechs definitiv geschlossen, da sie sich "so oder so nicht rechnen", schreibt das Blatt unter Berufung auf Konzernkreise. Allerdings geschehe dies nicht vor dem Frühjahr 2010, da momentan die Erstellung des Insolvenzplans Priorität habe.

Laut dem Bericht heißt es zudem in der Branche, die Kaufhauskette habe mit den Lieferanten bereits Verträge für das Sommergeschäft 2010 abgeschlossen und die Lieferungen abgesichert. "Wir haben gute Hoffnungen, dass es bei Karstadt weitergeht", zitiert das Blatt eine Mitarbeiterin des Kreditversicherers Euro Delkredere.

Bereits am Wochenende hatte die Insolvenzverwaltung zudem mit der Gewerkschaft ver.di Zugeständnisse der Karstadt-Beschäftigten vereinbart. Die Mitarbeiter verzichten auf insgesamt 150 Millionen Euro, was Beobachter als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer Rettung werteten. Die Tarifkommission der Gewerkschaft will am Montag darüber entscheiden, ob sie der Vereinbarung zustimmt.

Karstadt war durch die Pleite des Mutterkonzerns Arcandor ins Trudeln geraten. Während die Warenhauskette aber auf ein Überleben hoffen kann, ist das Aus für Quelle bereits beschlossene Sache.