Mit dem Kauf darf Otto neben der begehrten Marke Quelle auch die Logos und die meisten Internet-Adressen des insolventen Fürther Versandhauses nutzen. Der Kauf schließe zudem auch die Eigenmarken wie Privileg für den deutschen, den russischen und weitere mittel- und osteuropäische Märkte ein, teilte die Otto Group am Donnerstag mit.

Otto wollte verhindern, dass Konkurrenten wie Amazon die Quelle-Markenrechte erwerben. Ob und wie die Marke im Otto-Konzern genutzt werde, sei noch nicht entschieden. Der Konzern besitzt zahlreiche Marken. Manche wurden nach deren Kauf umgewandelt, wie etwa Schwab von einem Universal- zu einem Spezialversender.

Das Hamburger Versandhaus strebt durch den Kauf eine Absicherung und einen deutlichen Ausbau seiner führenden Stellung im Wachstumsmarkt Russland an. Die Sortimente von Otto und Quelle umfassen in Russland vor allem Mode, Schuhe, Haus- und Heimtextilien, sodass sich große Einsparpotenziale ergeben.

Otto ist seit 1990 im russischen Markt aktiv und erreicht mit den drei Marken Otto, Bonprix und Witt International einen Umsatz von etwa 200 Millionen Euro. Quelle belegt in Russland mit einem Umsatz von ungefähr 170 Millionen Euro den zweiten Platz.

Ob die rund 280 Quelle-Mitarbeiter in Russland ihre Arbeitsplätze behalten können, ist ungewiss. Ein Otto-Sprecher sagte, dass es zwar zu Einsparungen kommen werde, jedoch sei aufgrund des wachsenden Versandhandels in Russland mittelfristig eher mit einem Personalaufbau zu rechnen.