Der 48-jährige General-Motors-Finanzmanager Walter Borst wird künftig dem Aufsichtsrat von Opel vorstehen, wie das Unternehmen mitteilte. Das Gremium wählte ihn zu seinem neuen Vorsitzenden. Nach der Ernennung von Nick Reilly zum Chef von Opel und Vauxhall in Europa Anfang Dezember sitzen nun wieder zwei Spitzenmanager der US-Mutter General Motors (GM) an der Opel-Spitze. Sie sollen den Autokonzern sanieren und dafür etwa 8000 der 48.000 Stellen in Europa abbauen.

Borst war bisher Finanzdirektor der Sparte Corporate Finance bei der Opel-Mutter General Motors und erst Anfang Dezember in das Kontrollgremium der Adam Opel GmbH berufen worden.

Borst tritt die Nachfolge des früheren Chefs von GM Europe, Carl-Peter Forster, an. Der hatte sich für eine Übernahme Opels durch den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna ausgesprochen und Opel im Streit um den gescheiterten Verkauf verlassen. Der GM-Verwaltungsrat beschloss nach monatelangen Verhandlungen, die deutsche Tochtergesellschaft doch zu behalten.

Borst spricht als Amerikaner mit europäischen Wurzeln fließend Deutsch. Er verbrachte fast seine gesamte Karriere seit den frühen achtziger Jahren bei GM. Das Europageschäft des einst weltgrößten Autobauers kennt Borst bereits aus seiner Zeit als Controller und Finanzanalyst bei GM-Europe und Opel von 1995 bis 1997. Zuvor hatte er als Direktor für Finanzanalyse und Planung für GM Europe in Zürich gearbeitet.

Zum Opel-Finanzchef stieg er 2000 auf, bevor er drei Jahre später zurück in den USA den Posten als GM-Treasurer antrat. Im Finanzzentrum des US-Konzerns ist er seitdem unter anderem für Investitionsplanung, Geschäftsentwicklung, Finanzanalysen und Risikomanagement verantwortlich. All das wird künftig auch bei der Sanierung von Opel gefragt sein, die er überwachen soll.

Bisher stand vorübergehend Betriebratschef Klaus Franz als stellvertretender Aufsichtsratschef an der Spitze des Kontrollgremiums. Der begrüßte die Wahl: "Mit Walter Borst haben wir einen Aufsichtsratsvorsitzenden, der eine lange Verbundenheit mit Opel und Europa hat. Die Unternehmensmitbestimmung ist ihm bekannt, so dass er auch die Brücke zwischen GM und Opel/Vauxhall sehr gut schlagen kann."