Die Entwicklungskosten des Airbus A400M steigen um mindestens 7,4 Milliarden Euro. Wie die französische Tageszeitung Les Echos in ihrer Online-Ausgabe berichtet, würde das Projekt damit um 40 Prozent teurer werden als ursprünglich geplant.

EADS wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Der Konzern warnt vor "Missinterpretationen von aus dem Zusammenhang gerissenen Zahlen", solange die Verhandlungen mit den Erstkunden Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Türkei, Belgien und Luxemburg laufen. Die Mehrkosten hingen vom Verlauf der Verhandlungen ab. Die in der Organisation OCCAR verbundenen Staaten wollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums bei Gesprächen in Berlin ihr weiteres Vorgehen abstimmen.

Immer neue Lieferverzögerungen und Kostensteigerungen haben das Milliardenprojekt heftig ins Schlingern gebracht. Deutschland und Frankreich hatten Hersteller Airbus erst kürzlich zu einem finanziellen Entgegenkommen aufgefordert. Die beiden Länder und weitere europäische Nationen haben insgesamt 180 Transportflugzeuge bestellt. Ursprünglich hatten sie einen Festpreis von 20 Milliarden Euro vereinbart.

Entwicklung und Produktion des Flugzeugs sind inzwischen mindestens drei Jahre verspätet. Vor allem Deutschland und Frankreich brauchen die A400M dringend zur Modernisierung ihrer Streitkräfte. Die französische Luftwaffe und die Bundeswehr müssen die 40 Jahre alten Transportflugzeuge des Typs Transall ersetzen.

Deutschland, mit 60 bestellten Flugzeugen größter Einzelkunde, verlangt ein finanzielles Entgegenkommen von EADS und verweist auf den Liefervertrag. Die Abnehmerländer sind sich aber bisher nicht einig. Die Hängepartie belastet auch weitere A400M-Geschäfte. So hat Südafrika einen Vertrag über 1,5 Milliarden Euro zum Kauf von acht A400M storniert und will seine Anzahlung zurück. Wenn das Projekt kippt, müsste EADS an die OCCAR-Staaten 5,7 Milliarden Euro zurückzahlen.