Nach wochenlangen Verhandlungen habe sich die Insolvenzverwaltung von Karstadt mit den Vermietern der Häuser auf Eckpunkte für Sanierungsbeiträge geeinigt, teilte der für Karstadt zuständige Insolvenz-Beauftragte Rolf Weidmann mit. Bundesweit könnten so 86 Warenhäuser, 26 Sporthäuser und acht Schnäppchencenter mit über 25.000 Arbeitsplätzen fortgeführt werden. Auf dieser Grundlage werde nun ein Insolvenzplan ausgearbeitet und die Investorensuche aktiv angegangen, sagte Weidmann. Beide Prozesse könnten im Frühjahr erfolgreich abgeschlossen sein.

Wie bereits zu erwarten, werden aber nicht alle Standorte bestehen bleiben. Insgesamt 1200 Mitarbeiter seien davon betroffen, sagte Weidmann. "Tatsächlich aufgeben müssen wir insgesamt im Frühjahr 2010 die drei Standorte Kaiserslautern, Ludwigsburg und das Warenhaus in Hanau." Dort sind insgesamt knapp 400 Mitarbeiter beschäftigt. Zudem sollen sieben weitere Standorte von Schließungen betroffen sein sowie drei kleinere Multimedia-Standorte.

An den Standorten in Celle (Sport- und Multimedia-Filiale), Dortmund (Kampstraße), Hamburg (Elbe Zentrum), Hannover (Livingfiliale), Kiel (Alter Markt), München (Haus am Dom) und Recklinghausen (Sporthaus) soll das Unternehmen nach Schließung einzelner Häuser weiter vertreten sein.

In insgesamt zehn Städten, in denen Karstadt mit mehreren Häusern präsent ist, würden zudem einzelne Filialen bis März 2010 geschlossen. Für sechs hatte Weidmann das Aus bereits auf der Gläubigerversammlung verkündet. Gespräche über Interessenausgleich und Sozialplan würden aufgenommen, kündigte er an. Eine Transfergesellschaft solle angeboten werden. Auch werde geprüft, ob Mitarbeiter in anderen Häusern weiterbeschäftigt werden könnten.

Neben den Beschäftigten hätten nun auch Vermieter, Dienstleister und Lieferanten Sanierungsbeiträge zugesagt. Zur Höhe der Beiträge wollte ein Sprecher des Insolvenzverwalters keine Auskünfte geben. Die Beschäftigten hatten sich Anfang November bereiterklärt, in den kommenden drei Jahren auf insgesamt 150 Millionen Euro zur Rettung des Unternehmens zu verzichten. Dem stimmte die zuständige Kommission der Gewerkschaft ver.di zu.

Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte vor allem von den Vermietern deutliche Abstriche gefordert. Erst durch die Zugeständnisse sei es gelungen, einige der ansonsten von der Schließung bedrohten Filialen weiterzuführen, sagte Weidmann. Davon betroffen seien über 1700 Mitarbeiter.

"Wir sind froh, dass für die große Mehrheit der Karstadt-Beschäftigten und der Filialen eine Perspektive gefunden wurde", sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Margret Mönig-Raane. Die Schließung von insgesamt 13 Filialen sei jedoch "außerordentlich bitter für die Beschäftigten".

Karstadt war durch die Pleite des Mutterkonzerns Arcandor ins Trudeln geraten. Während die Warenhauskette aber auf ein Überleben hoffen kann, ist das Aus für Quelle bereits beschlossene Sache.