Die schwer angeschlagene und mittlerweile verstaatlichte Münchner Immobilienbank Hypo Real Estate hat die Einrichtung einer riesigen "Bad Bank" beantragt. Auf die Abwicklungsanstalt sollen Vermögenswerte von bis zu 210 Milliarden Euro übertragen werden. Das teilte das Unternehmen, das mittlerweile am Markt als Deutsche Pfandbriefbank AG auftritt, am Donnerstag in München mit.

"Die Errichtung einer Abwicklungsanstalt ist ein wichtiger Schritt für die Neuausrichtung des Konzerns", sagte
Vorstandschef Axel Wieandt. Durch die Übertragung solle auch der weitere Kapitalbedarf des Unternehmens sinken.

Eine "Bad Bank" ist ein Institut, das Risikopapiere übernimmt, die stark an Wert verloren haben und nicht mehr handelbar sind. Auch die angeschlagene WestLB will eine "Bad Bank" nutzen, um "faule Papiere" auszugliedern. Dort liegt das Volumen aber nur bei 85 Milliarden Euro und damit deutlich unter dem der HRE.

Die HRE denkt bereits seit Längerem über einen solchen Schritt nach, erst kürzlich war wieder über entsprechende Pläne spekuliert worden. Die Summe von bis zu 210 Milliarden Euro fällt nun aber noch größer aus als bisher angenommen. Wieandt erklärte, durch die Ausgliederung werde sich die Bilanzsumme des Unternehmens deutlich verringern. Ziel sei es, die Deutsche Pfandbriefbank als strategische Kernbank zu stärken.

Es werde erwogen, vor allem Portfolien mit Papieren zur Staats- und Immobilienfinanzierung der Depfa Bank plc und der Deutschen Pfandbriefbank auf die Abwicklungsanstalt zu übertragen. Aber auch Vermögenswerte anderer Konzerngesellschaften, strukturierte Produkte und Handelspositionen mit erhöhten Ausfallrisiken könnten hinzukommen.

Die Bad Bank solle im zweiten Halbjahr 2010 stehen. Der frühere Dax-Konzern hatte im Herbst 2008 wegen Fehlspekulationen der irischen Staatsfinanzierungstochter Depfa vor dem Aus gestanden und wurde schließlich mit Hilfen anderer Banken und des Bundes in Höhe von rund 100 Milliarden Euro gerettet.  

Das als zukunftsträchtig erachtete Geschäft mit Immobilien- und Staatsfinanzierungen in Europa wurde in der Deutschen Pfandbriefbank gebündelt. Dieses hat noch ein Volumen von etwa 130 Milliarden Euro.