Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) in Hannover ist durch betrügerische Exportfinanzierungsgeschäfte um einen hohen Millionenbetrag geprellt worden. Betroffen sei die schweizerische Skandifinanz Bank AG, die über eine weitere Luxemburger Gesellschaft zu 100 Prozent der NordLB gehört. Es bestehe der Verdacht, dass gefälschte Dokumente zur Exportfinanzierung eingereicht wurden, hieß es in Finanzkreisen. "Wir haben Strafanzeige wegen Betrugsverdachts gestellt", sagte ein Sprecher des Unternehmens in Hannover.

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) berichtete unter Berufung auf Kreise der NordLB, dass es sich um einen Schaden in Höhe von "30 bis 130 Millionen Euro" handele. Diese Summen wollte der Sprecher der NordLB auf Anfrage aber nicht bestätigen. Einzelheiten könne er mit Rücksicht auf das laufende Ermittlungsverfahren in der Schweiz nicht nennen.

Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Landesbank ist, sagte zu dem Fall: "Das ist natürlich ärgerlich, das braucht man gar nicht zu diskutieren." Für die NordLB bestehe aber "überhaupt gar keine Gefahr, weil das bei der Schweizer Firma und bei der Luxemburger Firma aufgefangen werden kann." Es seien Wirtschaftsprüfer beauftragt worden, den Vorfall zu untersuchen.

Zu den Geschäften der Skandifinanz Bank AG gehören nach eigenen Angaben seit 1969 handelsbezogene Finanztransaktionen in alle Industriestaaten und wichtigen Schwellenländer. Nach eigenen Angaben war die NordLB anders als andere Landesbanken ohne größeren Schaden durch die jüngste Bankenkrise gekommen.