Die sogenannte Kredithürde ist für die gewerbliche Wirtschaft zum dritten Mal gesunken, wie das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung mitteilte.

Der Umfrage des Instituts zufolge beklagten noch 38,7 Prozent der Unternehmen eine strenge Kreditvergabepolitik der Geldhäuser. Im Februar waren es 39,9 Prozent und damit erstmals seit Januar 2009 weniger als 40 Prozent. Zuletzt lag die Kredithürde im November 2008 mit 35,2 Prozent auf einem niedrigeren Niveau.

Einzig im Bauhauptgewerbe sei die Kredithürde nach einem Rückgang im Februar wieder gestiegen. Dort klagen 44,6 Prozent der Firmen über den schwierigen Zugang zu Geld, 1,9 Prozentpunkte mehr als im Februar.

Eine deutliche Verbesserung spürten die großen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes. Dort sank der Anteil der über eine hohe Kredithürde klagenden Unternehmen zum vierten Mal in Folge auf 44,3 Prozent (minus 2,4 Prozentpunkte). Bei den mittelgroßen Unternehmen ging der Anteil um 1,9 Punkte auf 37,8 Prozent zurück, bei den kleinen Industriebetrieben veränderte sich die Lage kaum (39,6 Prozent).

Im Handel schätzen derzeit 35 Prozent der befragten Unternehmen die Kreditvergabe als zurückhaltend ein (minus 1,8 Punkte). Die Umfrage greift auf rund 4000 Meldungen von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft zurück.

Weiterhin klagen mehr Großkonzerne als mittlere und kleinere Unternehmen über die zurückhaltende Kreditvergabe der Banken. Die Geldhäuser hatten 2009 in der Finanzkrise mit stark steigenden Risikovorsorgen für faule Darlehen zu kämpfen, was die Ergebnisse drückte und die Vorstände vorsichtiger stimmte.