Bei einigen Industriemanagern wie Ekkehard Schulz (Thyssen-Krupp) oder Peter Löscher (Siemens) ging es zwar steil bergab, weil Boni und Tantieme wegen schlechter Geschäftszahlen einbrachen oder ausfielen. Auf längere Sicht aber ist die Einkommenslage der Spitzenkräfte passabel.

Spitzenreiter bleibt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit einer Gesamtvergütung von rund 9,5 Millionen Euro. Auf Platz zwei folgt RWE-Chef Jürgen Großmann mit 7,1 Millionen Euro. Schlusslicht ist Commerzbank-Chef Martin Blessing, der die gesetzlich festgelegte halbe Million Euro verdiente.

Im Vergleich mit dem Boomjahr 1999 kletterte die Vergütung der Dax-Topmanager um durchschnittlich 35 Prozent. Nur vier von 30 Konzernen zahlen ihren Vorständen für 2009 weniger als damals, dreistellige Zuwachsraten in nur zehn Jahren sind dagegen an der Tagesordnung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Vergütungsberaters Heinz Evers für das Handelsblatt.

Bei Allianz, K+S, Linde, Post oder RWE sind die Bezüge binnen zehn Jahren regelrecht explodiert. Sie stiegen um bis zu 483 Prozent. Auch hat sich die Zahl der Vorstandsmitglieder nicht erhöht, tendenziell ist sie sogar gesunken. Besondere Gründe für exorbitant gestiegene Bezüge gibt es natürlich immer. Beim Spitzenreiter Kali+Salz dürfte sich der Aufstieg in den führenden Börsenindex Dax beschleunigend ausgewirkt haben.

Allianz und RWE stiegen im Laufe dieser zehn Jahre zudem in die Spitzengruppe mit den teuersten Vorständen der Republik auf. Derzeit führt die Deutschen Bank das Ranking an, die 39 Millionen Euro für ihr achtköpfiges Führungsgremium aufwendet. Auf Platz zwei folgt SAP mit 34,8 Millionen Euro, vor Allianz, Siemens und RWE, die zwischen 22 und 30 Millionen Euro zahlen.

Der Zehnjahresvergleich räumt mit einem Vorurteil über die Deutsche Bank auf. Kritik entzündete sich oft an vermeintlich extremen Gehaltszuwächsen der Vorstände, insbesondere des Chefs Ackermann. Seine Bezüge erreichten teils zweistellige Millionenwerte. Die Wahrheit ist: Schon 1999 bekam der damals wie heute achtköpfige Deutsche-Bank-Vorstand in der Summe umgerechnet 39 Million Euro.

Den teuersten Vorstand leistete sich 1999 Daimler, damals frisch fusioniert mit Chrysler. Die Zahl der Vorstandsmitglieder erreichte mit 16 einen Rekord. Pro Kopf umgerechnet verdienen die Daimler-Manager unter Leitung von Dieter Zetsche aber heute weniger als die Fusionstruppe mit Jürgen Schrempp. Der Durchschnittsgehalt fällt von 3,2 auf 2 Millionen Euro im Jahr 2009.