Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die nach einem ersten Arbeitskampf im Februar wieder aufgenommenen Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt. VC kündigte einen Streik der 4500 Piloten bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und der Tochter Germanwings vom 13. bis zum 16. April an.

Als Grund für das erneute Scheitern der Verhandlungen nannte die Gewerkschaft das angeblich unzureichende Angebot der Lufthansa. Sie habe bislang von den Piloten eine 21-monatige Nullrunde und Verschlechterungen bei den Arbeitszeitregelungen verlangt, gleichzeitig aber gegen Abmachungen mit den Piloten verstoßen.

Das Unternehmen verteidigte die Offerte, die den Piloten Bestandsschutz für ihre Arbeitsplätze bis Ende 2012 gewähre. Das Angebot sei den Umständen angemessen,  sagte Lufthansa-Verhandlungsführer Roland Busch. Es müssten unter allen Umständen Kostensteigerungen vermieden werden.

Ein erneuter Streik würde den Flugverkehr zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen durcheinander bringen. Erst Ende Februar hatten die Piloten für einen Tag die Arbeit niedergelegt. Danach war der Flugplan bei Lufthansa noch tagelang gestört – insgesamt fielen rund 2000 Flüge aus. Der Streik kostete das Unternehmen bis zu 50 Millionen Euro.

Noch ist es möglich, dass Lufthansa und die Gewerkschaft in den drei verbleibenden Wochen bis zum Beginn des Streiks den Konflikt am Verhandlungstisch lösen. Personen aus dem Umfeld beider Tarifparteien sagten allerdings, eine rasche Einigung sei unwahrscheinlich. Die Lufthansa erklärte, sie haben den Piloten ein angemessenes Angebot gemacht und forderte die zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen auf.

In dem bereits seit Monaten dauernden Konflikt geht es vor allem um den Konzerntarifvertrag (KTV), der die Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen der Piloten sichern soll. Die Piloten werfen der Lufthansa vor, den 1992 geschlossenen Vertrag abschaffen zu wollen. "Das Management will den bestehenden Tarifvertrag als Ganzes aufheben. Es geht um einen tarifpolitischen Freibrief, das ist eine klare Kampfansage an die Pilotenschaft", sagte ein VC-Sprecher.