Ein Angestellter der Deutschen Bank und fünf weitere Männer sind in London festgenommen worden, weil sie Insiderhandel betrieben haben sollen. Es war nach Angaben der britischen Finanzaufsicht (FSA) die bisher größte Operation dieser Art. Es handelt sich vermutlich um einen seit Längerem operierenden Ring. Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte am Mittwoch in Frankfurt die Festnahme. "Wir kooperieren voll mit den britischen Behörden", sagte er.

Außerdem sind ein Manager des einflussreichen Hedgefonds Moore Capital und ein Mitarbeiter der französischen Bank BNP Paribas unter den Verdächtigen. Angaben zu den anderen drei Männern gab es nicht. Die Financial Times (FT) schrieb, dass sie binnen der nächsten Tage angeklagt werden könnten.

Die FSA nimmt an, dass die Männer entweder persönlich oder über Mittelsmänner Insider-Informationen an Händler gegeben haben, die die sensiblen Daten benutzten und so abkassieren konnten. Die FT berichtete, dass der Deutsche-Bank-Mitarbeiter ein Managing Director im Bereich Aktienhandel ist. Er soll erst seit 15 Monaten bei der Bank gearbeitet haben.

Der Verdacht gegen die Männer kam bereits Ende 2007 auf, teilte die FSA mit. Zu den Festnahmen kam es, nachdem die Behörde 16 Häuser und Geschäfte in London und Südost-England sowie in der Grafschaft Oxfordshire durchsucht hatte. An der Durchsuchung waren 140 FSA- Mitarbeiter beteiligt.