Die drei Hersteller wollen informierten Kreisen zufolge eine Kooperation bei Kleinwagen eingehen, die vor allem für Daimlers lange verlustträchtigen Cityflitzer Smart Vorteile bringen könnte. Vorgesehen sei außerdem eine gegenseitige Beteiligung. Weder Daimler noch Renault und Nissan wollten sich dazu äußern.

Der Renault-Verwaltungsrat habe bereits über die Partnerschaft beraten, sagte der französische Industrieminister Christian Estrosi. Der Staat, der an dem Autobauer mit rund 15 Prozent beteiligt ist, könne bei dieser Partnerschaft seinen Einfluss wahren.

Renault betreibt seit elf Jahren eine Kooperation mit dem Nissan-Konzern. Die Franzosen halten gut 44 Prozent an Nissan. Die Japaner wiederum sind mit 15 Prozent an Renault beteiligt.
   
Mit Allianzen wollen die Hersteller vor allem Kosten sparen. Entwicklung und Produktion werden immer teurer, schärfere Emissionsregeln tun ein Übriges. Große Konzerne wie Volkswagen profitieren von niedrigeren Kosten. Weil sich die Autobranche erst allmählich von der tiefen Krise erholt, wird der Konkurrenzkampf zusätzlich befeuert. Viele Premiumhersteller wie Daimler oder der Münchner Konkurrent BMW hoffen, künftig mit Kleinwagen mehr Geld zu verdienen.

Die Stuttgarter schreiben mit ihrem Stadtflitzer Smart noch nicht allzu lange schwarze Zahlen. Den Nachfolger und eine Neuauflage des Viersitzers allein zu entwickeln und zu bauen, wäre für Daimler extrem teuer. Deshalb hatte der Konzern bereits in der Vergangenheit Partner für eine gemeinsame Plattform oder für Motoren gesucht. Eine Zusammenarbeit mit dem Mini aus dem Hause BMW kam nicht zustande, auch weil die Münchner auf ihre eigene Stärke im Kleinwagensegment setzen. Mit den Renault-Modellen Twingo, Clio und Kangoo könnte sich der neue Smart den Unterbau teilen.



Das japanische Wirtschaftsblatt Nikkei berichtete, Nissan wolle von Daimler leistungsstarke Motoren sowie umweltfreundliche Diesel-Maschinen beziehen. Im Austausch sollten die Japaner Teile für Elektroautos und wiederaufladbare Batterien an die Stuttgarter liefern.

Zudem planten die Unternehmen eine Kooperation bei Umwelttechnologien. Dem Blatt zufolge ist außerdem eine gegenseitige Kapitalbeteiligung vorgesehen. Daimler und Renault würden jeweils drei Prozent am anderen Unternehmen übernehmen, auch mit Nissan sei Ähnliches geplant.

Damit würde es sich eher um eine symbolische Beteiligung handeln. Die Stuttgarter hatten nach der gescheiterten Zusammenarbeit mit Chrysler Partnerschaften mit Massenherstellern eigentlich abgeschworen. Daimler hatte den US-Autobauer 1998 übernommen und nach Milliardenverlusten 2007 die Mehrheit an den Finanzinvestor Cerberus abgegeben. Heute hält der italienische Autokonzern Fiat 20 Prozent an Chrysler.

Für Daimler war dies nicht der erste Rückzug: Ende 2005 trennte sich der Konzern endgültig von den Anteilen am japanischen Hersteller Mitsubishi, bei dem sie 2000 mit 34 Prozent eingestiegen waren. 2004 verkaufte der damalige DaimlerChrysler-Konzern seine 10-Prozent-Beteiligung an Hyundai. Die Schwaben hatten mit den Koreanern 2002 eine Motorenkooperation gestartet und in den USA bereits mit der Produktion eines sogenannten Weltmotors begonnen.