Die Ermittler kamen am frühen Morgen: Beamte aus der Steuerfahndung und dem Bundeskriminalamt waren im Einsatz, wie die federführende Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt mitteilte. Etwa 50 Gesellschaften und Unternehmen sollen Steuern beim Handel von Emissionsrechten für Treibhausgase Steuern hinterzogen haben. Der Schaden soll mindestens 180 Millionen Euro betragen.

Auch Räume der Deutschen Bank wurden durchsucht, bestätigte ein Sprecher der Bank einen Bericht von bild.de. Die Ermittlungen richten sich nach Angaben der Justiz insgesamt gegen rund 150 Beschuldigte.

Nach den bisherigen Ermittlungen sollen die Firmen ein sogenanntes Umsatzsteuerkarussell gebildet haben: Dafür wurden über deutsche Gesellschaften Emissionsrechte aus dem Ausland bezogen und diese im Inland über zwischengeschaltete Gesellschaften weiterverkauft.

Dafür gaben sie weder Umsatzsteuererklärungen ab noch zahlten sie Umsatzsteuer. Die jeweils letzte Gesellschaft in der Kette soll die Zertifikate wieder ins Ausland verkauft haben. Dafür bekam sie die Umsatzsteuer vom Finanzamt erstattet.

Die Leipziger Energiebörse EEX arbeitet mit den Finanzbehörden zusammen, um Umsatzsteuerbetrüger zu stoppen. Es sei seit längerem bekannt, dass es beim Handel mit Emissionsrechten verstärkt Attacken von Umsatzsteuerbetrügern gebe, teilte die EEX.

Man habe frühzeitig Maßnahmen ergriffen, damit keine Betrugsfälle auftreten. "Insbesondere sind wir frühzeitig mit den Finanzbehörden in Kontakt getreten und haben jede uns mögliche Unterstützung geleistet", betonte ein Börsenvertreter.