Erneut müssen Fahrzeuge des Autoherstellers in die Werkstätten zurück. Betroffen sind 600.000 Minivans vom Typ Sienna in den USA sowie 270.000 weitere in Kanada. Diese wurden zwischen 1998 und 2010 gebaut.

Bei dem Rückruf handele es sich um Fälle von Korrosion an der Ersatzradbefestigung. "Im schlimmsten Fall kann sich die Befestigung lösen und das Ersatzrad vom Fahrzeug fallen, eine Gefahr für nachfolgende Fahrzeuge", hieß es in einer Mitteilung des Weltmarktführers. Ob das Problem bereits zu Unfällen geführt habe, wurde nicht erwähnt. Besonders bei Fahrzeugen, die in kälteren Gebieten mit starkem Streusalzeinsatz gefahren werden, könne die Halterung durchrosten und das Reserverad vom Wagen fallen. Die Firma arbeite an einer Lösung des Problems und schreibe bis dahin die Sienna-Besitzer an, damit sie ihr Auto in einer Werkstatt überprüfen ließen, hieß es.

Die Ankündigung erfolgte nur einen Tag nachdem Toyota die Geländewagen GX 460 ihrer Luxusmarke Lexus aus dem Verkauf genommen und einen Produktionsstopp verhängt hatte. Die Vierradantrieb-Fahrzeuge sollen einem Verbrauchermagazin zufolge bei hohen Geschwindigkeiten Gefahr laufen, sich zu überschlagen.

Die Probleme sind Teil einer beispiellosen Pannenserie, in deren Verlauf seit Ende 2009 bereits mehr als acht Millionen Autos in die Werkstätten zurückgerufen werden mussten. Ein Problem bei Bremsen und Gaspedalen an anderen Modellen hatte mindestens 97 Schadenersatzklagen wegen Unfällen sowie 138 Sammelklagen gegen den drastisch gesunkenen Wiederverkaufswert der Fahrzeuge zur Folge. Im US-Kongress wurde die Führung des Konzerns wegen einer zu schleppenden Informationspolitik scharf kritisiert. Der Firma droht ein Bußgeld von 16,4 Millionen Euro.

Japanischen Medienberichten zufolge wird Toyota die Millionen-Strafe zahlen. Wie die Nachrichtenagentur Jiji meldete, wolle der weltgrößte Autobauer dabei jedoch kein Schuldgeständnis abgeben. Sollten die amerikanischen Behörden diesen Punkt ablehnen, könnte Toyota doch noch Einspruch gegen die Strafe einlegen. Die Frist dafür läuft bis Montag. Der Konzern befürchtet den Berichten zufolge, dass bei einer Ablehnung der Strafe sein Ruf in den USA weiter Schaden nehmen könnte.