Die Zahl der konzernweiten Auslieferungen des Wolfsburger Konzerns erhöhte sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Viertel auf 1,73 Millionen Fahrzeuge. Damit übertraf VW das Wachstum des Weltmarktes, der um 19,4 Prozent zulegte.

"Es ist deutlich zu spüren, dass der Pkw-Gesamtmarkt in vielen Teilen der Welt wieder anspringt", sagte VW-Vertriebsvorstand Christian Klingler. Allerdings dürften hohe Wachstumsraten nicht von Dauer sein. "Nach wie vor erwarten wir ein schwieriges Jahr", sagte der Manager.

Volkswagen hat im vergangenen Jahr wie kein anderer Autobauer von den in vielen Ländern gezahlten Abwrackprämien und staatlichen Verkaufsanreizen profitiert. Mit dem Auslaufen dieser Hilfen rechnen Experten in den nächsten Monaten mit magereren Zeiten vor allem in Europa, wo Volkswagen am stärksten vertreten ist. Dagegen können Oberklassehersteller wie BMW, die von der Abwrackprämie kaum profitierten, auf bessere Zeiten hoffen. Für das Gesamtjahr hat Volkswagen gleichwohl bereits einen weiteren Auslieferungsrekord angekündigt.

Besonders hoch war der Zuwachs in den ersten drei Monaten erneut in China, dem größten Absatzmarkt der Wolfsburger. In dem Riesenreich steigerte Europas größter Autokonzern – auch dank Steuererleichterungen für Fahrzeuge mit kleinen Motoren –  die Auslieferungen um 61 Prozent auf 457.000 Einheiten. Etwas geringer war der Zuwachs in Brasilien, wo der Konzern 8,1 Prozent mehr Autos verkaufte als vor einem Jahr. In den USA, wo Volkswagen große Pläne hat und gerade ein neues Werk hochzieht, kletterten die Auslieferungen um 37 Prozent. Allerdings war die Zahl der verkauften Fahrzeuge mit 80.000 noch vergleichsweise klein.

Dagegen legten die Auslieferungen in Europa um 13,5 Prozent auf 837.000 Einheiten zu, in Westeuropa alleine um 16,8 Prozent. In Deutschland lieferte der Konzern in einem nach dem Ende der Abwrackprämie rückläufigen Markt 1,2 Prozent mehr aus als vor Jahresfrist.

Der Absatz der Kernmarke VW kletterte im ersten Quartal auf dem Heimatmarkt um 8,5 Prozent. Weltweit legte die Marke in den ersten drei Monaten sogar um 27 Prozent auf 1,11 Millionen Fahrzeuge zu. Auch Audi, Skoda und Seat legten zu.

Auch Porsche kommt nach drastischen Einbrüchen der Verkäufe langsam wieder in Fahrt. "Wir werden die Kurzarbeit jetzt nicht mehr weiter ausweiten. Vielleicht sind noch ein paar einzelne Tage notwendig", sagte Porsche-Chef Michael Macht. "Wir sehen wieder Licht am Ende des Tunnels. Der März ist supergut gelaufen."

Porsche soll im nächsten Jahr als zehnte Marke in den VW-Konzern integriert werden. VW hatte einen langen Übernahme-Machtkampf mit dem Sportwagenbauer für sich entschieden.

Macht kündigte an, dass die neue Plattformstrategie in sechs Monaten stehen solle: "Wir sind gerade in intensiven Gesprächen wie wir uns künftig aufstellen." Derzeit würden Synergien gesucht. "Und in diesem Zusammenhang werden wir uns genau zu überlegen haben, wer in Zukunft was im Konzern entwickelt und welche Plattformen wo entstehen."

Es gebe noch keine Entscheidungen, aber Vorstellungen, dass Porsche seine Erfahrungen mit sportlichen Fahrzeugen einbringen könnte. Wo die Fahrzeuge künftig vom Band rollen werden, sei von der Entwicklung und Verantwortung für eine Plattform unabhängig.

VW setzt insgesamt große Hoffnungen auf eine neue Fertigungsweise, mit der neue Modelle kostengünstiger gebaut werden können. Auf dem technischen Fundament "Modularer Querbaukasten" sollen in den nächsten zehn Jahren mehr als 30 Modelle basieren. Gleiche Teile werden bei dem System dabei in viele unterschiedliche Modelle eingebaut. Laut VW können die Stückkosten mit dem neuen System um 20 Prozent gesenkt werden. VW kann außerdem neue Modelle schneller entwickeln, bauen und auf den Markt bringen.