Gut eine Woche nach dem Ende des in Deutschland genau 137 Stunden dauernden Ausnahmezustands zieht die Lufthansa eine finanzielle Bilanz der Ausfälle: Der Schaden soll fast 200 Millionen Euro betragen. Der volkswirtschaftliche Gesamtschaden wird von Experten sogar auf mehrere Milliarden Euro geschätzt.

Der internationale Luftfahrtverband IATA bezifferte den Verlust für die gesamte Branche auf 1,3 Milliarden Euro beziffert. Der französisch-niederländische Lufthansa-Rivale Air France-KLM schätzte seine Ausfälle pro Tag auf 35 Millionen Euro, British Airways auf zwischen 17 und 26 Millionen Euro.

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber erneuerte seine Kritik am Vorgehen von Politik und Behörden auf der Lufthansa-Hauptversammlung in Frankfurt. "Die Risiken wurden von den Entscheidungsträgern in allen europäischen Ländern völlig überschätzt, während die Folgen völlig unterschätzt wurden", sagte Mayrhuber.

Jeder habe Verständnis, wenn nach einem Vulkanausbruch höchste Alarmstufe herrsche, sagt Aufsichtsratschef Jürgen Weber. "Wofür aber niemand Verständnis haben kann, ist das Unvermögen derjenigen, die sich der Tragweite des ausgelösten Flugstopps offenkundig nicht gewachsen zeigten." Man habe sich bei den Sperrungen nur auf Indizien gestützt.

"Während sich in Deutschland und anderswo ein wolkenloser Himmel über das Land spannte, begaben sich die politisch Verantwortlichen ins Wochenende", kritisiert Weber. "Chancen einer Krisenlösung wurden also vertan, vom gesunden Menschenverstand wurde Abschied genommen, Milliardenschäden wurden hingenommen." Gefährdet seien Flugzeuge aber nur, wenn es sichtbare Asche in der Luft gebe.

Den Vorwurf von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), die Airline rechne Umsatzausfälle gegen die Sicherheit der Passagiere auf, wertet Weber als rufschädigend.

Mayrhuber hatte jedoch auch Positives zu verkünden: Im Juni will die Lufthansa den Liniendienst mit dem neuen Super-Airbus A380 beginnen. Die ersten Ziele werden Tokyo, Peking und Johannesburg sein. Das Unternehmen erwartet in diesem Jahr die Auslieferung der ersten vier von 15 bestellten Jets.