Das sechsmonatige Moratorium, mit dem Obama auf die Ölpest im Golf reagiert hatte, sei rechtswidrig, entschied ein Bundesgericht in New Orleans und entsprach damit der Klage von 32 Öl-Unternehmen. Das Weiße Haus kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Die Entscheidung ist ein Schlag für Präsident Barack Obama, der mit dem Moratorium verhindern wollte, dass es zu weiteren Bohrplattform-Unfällen kommt, während eine Regierungskommission noch die Hintergründe der Explosion auf der Deepwater Horizon untersucht. Obama hatte das Moratorium Ende Mai verhängt. 33 Bohrinseln mussten deshalb schließen.

Anwalt David Rosenblum, der mehrere der 32 klagenden Unternehmen vertritt, hatte am Montag bei einer Gerichtsanhörung in New Orleans argumentiert, der sechsmonatige Bohrstopp sei willkürlich und bestrafe die gesamte Branche. Die Regierung habe keine Beweise dafür, dass die zum Teil schon lange vor dem Moratorium begonnenen Bohrungen eine Bedrohung für den Golf darstellten.

Es gebe im Golf von Mexiko "ein ganzes Ökosystem von Unternehmen, die durch dieses Moratorium jeden Tag geschädigt" würden. Der Rechtsvertreter der Regierung, Guillermo Montero, machte geltend, dass die Sicherheitsstandards nach der Ölkatastrophe zunächst auf den Prüfstand gestellt werden müssten.

Die von BP betriebene Ölplattform Deepwater Horizon war am 20. April explodiert und zwei Tage später gesunken. Seitdem sprudeln Millionen Liter Rohöl aus dem lecken Bohrloch ins Meer und verschmutzt die Küsten.