Das könnte teuer werden: Erneut sieht sich Goldman Sachs mit Betrugsvorwürfen konfrontiert. Der australische Hedgefonds Basis Yield Alpha Fund wirft der US-Investmentbank vor, sie zu einer Anlage in Hypothekenpapiere verleitet zu haben, als sich deren Niedergang bereits abgezeichnet habe. Die Australier reichten deshalb am Mittwoch in New York Klage ein und verlangen eine Zahlung von mehr als 1 Milliarde Dollar.

Die Vorwürfe gleichen denen der US-Börsenaufsicht SEC. Auch sie beschuldigt Goldman Sachs, Anleger hinters Licht geführt zu haben , und hatte daher bereits Mitte April geklagt. Die Bank verkaufte demnach 2007 ein kompliziert konstruiertes Wertpapier mit Namen Abacus, mit dem die Kunden auf steigende US-Immobilienpreise setzten. Die hohen Risiken soll Goldman Sachs aber verschwiegen haben. Kurz darauf brach der Markt ein. Einer der Geschädigten soll die deutsche Mittelstandsbank IKB gewesen sein.

Im Fall des jetzt klagenden Basis Yield Alpha Fund geht es nun um ein Hypothekenpapier namens Timberwolf, das bereits während einer Kongressanhörung zur Sprache kam. So hatte ein Goldman-Mitarbeiter die Anlage in einer E-Mail als "dreckiges Geschäft" bezeichnet. Der Hedgefonds hatte trotzdem in Timberwolf investiert und eigenen Angaben zufolge einen Verlust von 56 Millionen Dollar erlitten.

Nun verlangt der Alpha Fund dieses Geld plus eine in den USA übliche saftige Bußzahlung von Goldman Sachs zurück. Die Bank habe Investoren bewusst zum Kauf von toxischen Wertpapieren gedrängt, sagte der Anwalt der Australier. "Goldman sollte zur Rechenschaft gezogen werden." Die Investmentbank sieht in der Klage indes nur den Versuch, die erlittenen Verluste auf sie abzuwälzen. Überhaupt hat sie bisher alle Vorwürfe bestritten .

Derweil wächst der Druck auf das Institut auch an einer weiteren Stelle. Medienberichten zufolge schaut sich die Börsenaufsicht nun auch den ähnlich wie Abacus aufgebauten und ebenfalls gescheiterten Hudson Mezzanine Funding an. Auch hier steht der Verdacht im Raum, dass Goldman seine Anleger übervorteilt hat. Ob es zu einer weiteren Anklage kommt, ist aber noch offen.

Zudem sieht sich die Bank dem Vorwurf ausgesetzt, den Ermittlungen, in die sich mittlerweile auch die New Yorker Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, im Weg zu stehen. Erst am Montag hatten Kongressabgeordnete mit Nachdruck die Herausgabe von Dokumenten und den Zugang zu Bankmitarbeitern verlangt. Zudem beklagten die Abgeordneten einen mangelnden Willen zur Zusammenarbeit. Goldman Sachs verteidigte sich, man habe alle geforderten Daten übergeben.