50 Millionen Euro für Klaus Hubert Görg: Diese Summe nennt die Süddeutsche Zeitung in einem Bericht über die Vergütung des Karstadt-Insolvenzverwalters. Die Zeitung bezog sich dabei auf Informationen aus Verhandlungskreisen.

Görg hatte das Karstadt-Insolvenzverfahren vor einem Jahr übernommen. Vor einigen Wochen unterzeichnete er einen vorläufigen Kaufvertrag mit dem Investor Nicolas Berggruen, der aber noch über die Höhe der Mieten für die Karstadt-Immobilien verhandelt. Der Konzern beschäftigt derzeit noch 25.000 Mitarbeiter.

Der Verkauf von Karstadt gehörte zu den größten Aufträgen Görgs. Über Monate hinweg suchte der promovierte Jurist nach einem Käufer und verhandelte mit mehreren Bietern. Aus dem Honorar muss Görg auch die Kosten seiner Arbeit decken. In seinem Büro ist laut SZ ein Stab von bis zu 20 Mitarbeitern mit dem Fall befasst. Für Detailfragen zieht er auch weitere Experten, Anwälte und Wirtschaftsprüfer hinzu.

Das Honorar eines Insolvenzverwalters bemisst sich am Wert der Insolvenzmasse am Tag ihres Weiterverkaufs. Von den ersten 25.000 Euro erhält der Verwalter laut Vergütungsordnung 40 Prozent, danach sinkt der Anteil. Von Beträgen über 50 Millionen Euro hinaus stehen dem Verwalter 0,5 Prozent zu. Hinzu können Zu- und Abschläge kommen, die von der Komplexität des Falles abhängen.

Bevor Görg seine Vergütung erhält, prüft der Gläubigerausschuss die Berechnung. Der Insolvenzverwalter selbst schwieg zur Höhe seines Honorars. "Dazu sagen wir nichts", sagte ein Sprecher Görgs. Außerdem sei es noch zu früh, um eine Rechnung aufzumachen.

Der Wissenschaftler und frühere Insolvenzrichter Hans Haarmeyer kritisierte, dass die Vergütung von Insolvenzrichtern allgemein zu wenig erfolgsorientiert sei. "Statt die Gläubiger bestmöglich zu befriedigen, versorgt die Abwicklung eines Insolvenzverfahrens offenbar weitgehend und flächendeckend nur die Insolvenzverwalter und die mit ihnen verbundenen Strukturen", sagte Haarmeyer und kritisierte, dass viele Verwalter "Heerscharen von teuren Beratern" in die ihnen anvertrauten Firmen schicken, weil es ihnen entweder selbst an Kenntnissen mangele oder weil sie sich durch Gutachten absichern wollten.