Jahrelang hatte die Deutsche Telekom Gewerkschafter, Aufsichtsratsmitglieder und Journalisten ausspioniert. Alsbald wurden auch Kai-Uwe Ricke und Klaus Zumwinkel verdächtigt, in der Spitzelaffäre verwickelt zu sein. Der damalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom und sein Aufsichtsratschef sollen die Schnüffeleien 2005 und 2006 angeordnet oder zumindest von ihnen gewusst haben. Dieser Verdacht hat sich nach zwei Jahren Ermittlungen allerdings nicht bestätigt.

Am Mittag gab die Bonner Staatsanwaltschaft bekannt, dass sie das Verfahren gegen die beiden Manager einstellt . Ricke und Zumwinkel würden in der Telekom-Bespitzelungsaffäre "aus Mangel an Beweisen" nicht weiter belangt, sagte der Oberstaatsanwalt Fred Apostel. "Im Ergebnis konnte ein hinreichender Tatverdacht nicht festgestellt werden."

Zumwinkel begrüßte die Einstellung des Verfahrens. Die Ermittlungen hätten zu dem Ergebnis geführt, dass "jedweder strafrechtliche Vorwurf gegen mich unbegründet ist", sagte er. "Ich betrachte dies als erfreuliche Klarstellung und als Verfahrenseinstellung erster Klasse – besser geht es nicht." Genau wie Ricke hatte auch der 66-Jährige stets abgestritten, in die Bespitzelung verwickelt gewesen zu sein.

Die sogenannte Spitzelaffäre, die in der Öffentlichkeit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hatte, war im Frühjahr 2008 bekannt geworden. Maßgeblich beteiligt war neben der Abteilung für Konzernsicherheit eine Berliner IT-Firma Network. Sie suchten nach einem Insider, der die Öffentlichkeit mit Interna des Konzerns versorgt hatte. Etwa 50 Personen wurden bespitzelt.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es in 42 Fällen zu Verstößen gegen das Bundesdatenschutzgesetz gekommen ist. Gegen drei Telekom-Mitarbeiter, darunter einen Leiter der Konzernsicherheit, sowie den Network-Geschäftsführer wurde Anklage unter anderem wegen des Vorwurfs der Verletzung des Fernmeldegeheimnisses sowie Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz erhoben.