BP wirbt laut Medienberichten um strategische Investoren. Wie die Sunday Times berichtet, wolle der Energiekonzern mithilfe der Geldgeber eine feindliche Übernahme verhindern, indem er seinen Börsenwert steigere. Seit dem massiven Einbruch der BP-Aktie infolge der Ölpest im Golf von Mexiko kursieren Übernahmegerüchte. Als Investoren kämen Ölscheichs, konkurrierende Konzerne und Staatsfonds infrage. Diese könnten einen Anteil von fünf bis zehn Prozent des Unternehmens erwerben.

Die Tageszeitung The National aus Abu Dhabi berichtete, dass mehrere Anleger den BP-Beratern bereits Vorschläge gemacht hätten. BP-Berater haben demnach Kontakt zu Staatsfonds in Abu Dhabi, Qatar und Kuwait. Der arabische Investor Kuwait Investment Office ist bereits mit 1,75 Prozent an BP beteiligt. Arabische Investoren haben in den vergangenen Jahren mehrere Großkonzerne finanziell unterstützt, darunter die Banken Citigroup und Barclays sowie den deutschen Autobauer Daimler.

Der französische Ölkonzern Total interessiert sich inzwischen ebenfalls für Teile von BP. Eine Komplettübernahme schließt Firmenchef Christophe de Margerie allerdings aus. Eine Übernahme könnte dem Konzern von seinen Konkurrenten Exxon Mobil, Petrochina und Shell drohen. Sie würde für die Unternehmen allerdings gleichzeitig ein enormes Risiko bedeuten, solange die Kosten der Ölpest nicht kalkulierbar sind.

BP zahlt Milliarden, um die Ölpest im Golf von Mexiko zu bekämpfen . Laut eigenen Angaben hat der Ölkonzern bereits 3,12 Milliarden Euro ausgegeben. Experten rechnen mit Kosten zwischen 30 und 100 Milliarden Dollar.