Der italienische Föderalismus-Minister Aldo Brancher ist zurückgetreten. Brancher hatte wenige Tage nach seiner Ernennung versucht, eine Immunitätsregelung für Regierungsmitglieder zu nutzen. Gegen ihn läuft ein Verfahren wegen Hehlerei. Die Opposition hatte Brancher vorgeworfen, sein Amt auszunutzen und deswegen einen Misstrauensantrag eingereicht. Auch Parteifreunde kritisierten den Minister.

Brancher kündigte seinen Rücktritt während einer Anhörung vor dem Mailänder Gericht an. Der Politiker soll gemeinsam mit seiner Frau illegal mehr als eine Millionen Euro von der Banca Poplare Italiana (BPI) erhalten haben. Dafür hatte er der Bank bei einer skandalumwitterten Übernahme der Banca Antonveneta geholfen. 

Brancher sagte, er wolle mit seinem Rücktritt das Verfahren zu einem schnellen Abschluss bringen. Der Rückzug Branchers ist ein weiterer Rückschlag für Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Erst im Mai war sein Industrieminister Claudio Scajola zurückgetreten. Dieser war laut Medienberichten in fragwürdige Immobilienkäufe verwickelt.

Ministerpräsident Silvio Berlusconi sagte, er habe die Rücktrittsentscheidung gemeinsam mit Brancher gefällt. Berlusconi selbst hatte immer wieder von der Immunitätsregelung Gebrauch gemacht. Brancher war vor seiner Ernennung als Manager für Berlusconis Medienimperium tätig.