Die Deutsche Bank schreibt trotz der Turbulenzen an den Märkten weiter Milliardengewinne. Im zweiten Quartal verdiente Deutschlands größtes Institut rund 1,2 Milliarden Euro nach Steuern, wie die Bank in Frankfurt mitteilte. Das sind rund neun Prozent mehr als vor einem Jahr. Allerdings sank der Gewinn im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres leicht.

Positiv schlug zu Buche, dass das die Bank wegen der Konjunkturerholung deutlich weniger Geld für faule Kredite zurücklegen musste als bisher. Die Risikovorsorge sank im Jahresvergleich um drei Viertel auf 243 Millionen Euro.

Im Kerngeschäft Investmentbanking verdiente die Bank ein Viertel weniger als im Vorjahr. Sowohl der Handel mit Anleihen als auch mit Aktien lief schlechter. Das Handelsergebnis brach binnen Jahresfrist von 2,6 Milliarden Euro auf 110 Millionen Euro ein. Analysten kritisierten zuletzt immer wieder, dass die Bank zu stark vom schwankenden Geschäftsfeld Investmentbanking abhänge.

Bei den amerikanischen Rivalen wie Goldman Sachs und Morgan Stanley hat sich im zweiten Quartal eine ähnliche Entwicklung abgezeichnet. Auch sie verdienten im Investmentbanking deutlich weniger als noch zu Jahresbeginn. Analysten schätzen den Ertragsrückgang branchenweit auf bis zu 40 Prozent.

Gut lief das Geschäft im Bereich Private and Business Clients (PBC). Hier fiel ein Gewinn von 233 Millionen Euro an. Das ist der höchste Wert seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008, vor einem Jahr waren es nur 55 Millionen. Vorstandschef Josef Ackermann sprach von einem "soliden Ergebnis".

Im Fondsgeschäft und der Vermögensverwaltung kehrte die Bank im zweiten Quartal mit 45 Millionen Euro vor Steuern in die Gewinnzone zurück. Dabei hätten die Folgen der Übernahme von Sal. Oppenheim und der BHF-Bank das Ergebnis in der Betreuung reicher Kunden allein mit 89 Millionen Euro belastet, hieß es. Im Vorjahr hatte der Bereich 85 Millionen Euro Verlust gemacht.

Vorstandschef Ackermann will das Ergebnis 2011 auf das Rekordniveau von zehn Milliarden Euro steigern. Allerdings nur, wenn bestimmte ökonomische Bedingungen eintreten. Am Dienstag warnte das Institut aber, dass die erwartete Normalisierung der derzeit niedrigen Zinsen bislang nicht zu erkennen sei.

In einer Analystenpräsentation wies die Deutsche Bank zudem die Ergebnisse des jüngsten europaweiten Bankenstresstests bei Staatsanleihen aus. Das Engagement in den sogenannten PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien) belief sich demnach auf rund 10 Milliarden Euro. Den Großteil der Bestände hatte die Deutsche Bank im Handelsbuch stehen, das bei den Krisentests untersucht worden war. Bei dem Test waren 91 europäische Banken unter die Lupe genommen worden, 7 Institute fielen durch, darunter als einziges deutsche Institut die verstaatlichte Hypo Real Estate (HRE).