General Motors nimmt Kurs auf den Aktienmarkt. Nachdem die amerikanische Regierung als Mehrheitseigner zugestimmt hat, laufen die Vorbereitungen für den Börsengang auf Hochtouren. Mitte August will der nur knapp der Pleite entronnene Autokonzern nach Informationen der New York Times seine genauen Pläne bekanntgeben.

Wie die Zeitung berichtet, bleibt der Termin des eigentlichen Börsengangs unverändert. Das Finanzministerium hatte entschieden, dass GM frühestens im vierten Quartal aufs Parkett zurückkehrt. Vorher, so berichteten es amerikanische Medien, wolle sich der Konzern noch finanziellen Freiraum verschaffen. Mehrere Banken sollen eine Kreditlinie über insgesamt fünf Milliarden Dollar bereitstellen.

GM-Chef Edward E. Whitacre Jr. wollte bislang kein genaues Datum für den Börsengang nennen, deutete jedoch unmissverständlich an , dass es noch dieses Jahr geschehen solle. Whitacre sagte, vor dem Insolvenzverfahren sei der Konzern "übermäßig kompliziert" gewesen und habe an der Tendenz gelitten, "jede noch so kleine Entscheidung überzuanalysieren." Dies und vieles mehr sei nun anders.

Gelingt General Motors das Unterfangen, wäre es ein sicheres Zeichen, dass es mit dem Branchen-Urgestein wieder aufwärts geht. GM hatte vor einem Jahr Insolvenz anmelden müssen. Grund waren eine verfehlte Modellpolitik, hohe Kosten fürs Personal und der Absatzeinbruch in der Wirtschaftskrise. Die Regierung übernahm daraufhin das Unternehmen, GM verschwand von der Börse.

Im Gegenzug für die 50 Milliarden Dollar an Steuergeldern, die der Staat seither in das Unternehmen gesteckt hat, hält die Regierung bislang 60,8 Prozent an GM. Die restlichen Anteile liegen bei Kanada, den Gewerkschaften und Altgesellschaftern. Durch den Börsengang will die amerikanische Regierung in einem ersten Schritt geschätzte 10 bis 20 Milliarden Dollar zurückbekommen. Später sollen die restlichen Anteile an die Börse gebracht werden.

Der Börsengang liegt weitgehend in der Hand von GM. Der Konzern hat laut New York Times bereits die Banken Morgan Stanley und JP Morgan Chase angeheuert, um das Mammutprojekt über die Bühne zu bringen. Die Regierung wird demnach von der Investmentbank Lazard beraten.