Frage: Herr Berggruen, Ihr Name ist in Deutschland inzwischen fast so bekannt wie das Warenhaus Karstadt, das Sie erwerben wollen. Stört Sie der Rummel nicht?

Nicolas Berggruen: Ich habe nie gedacht, dass der Karstadt-Kauf ein derart großes Interesse hervorruft. Aber ich verstehe, dass viele Menschen in Deutschland daran interessiert sind, wie es mit Karstadt weitergeht. Die Öffentlichkeit habe ich dabei nie gesucht.

Frage: Ist es nicht für Sie gefährlich, sich öffentlich als möglicher Karstadt-Eigentümer zu äußern, wenn die Kaufchancen gerade einmal fifty-fifty stehen?

Berggruen: Wenn sie nur fifty-fifty stünden, würde ich das auch nicht tun. 90 Prozent unseres Weges haben wir schon geschafft.

Frage: Wie laufen die aktuellen Verhandlungen mit dem Vermieterkonsortium Highstreet, dem Sie Preissenkungen abringen wollen?

Berggruen: Wir haben schon vor zehn Tagen mit Highstreet einen Kompromiss gefunden. Seither aber stockt der Prozess. Die Frage ist: Blockiert Highstreet, oder gibt es technische Schwierigkeiten? Ich glaube beides.

Frage: Liegt es an den Geldgebern, die hinter Highstreet stecken?

Berggruen: Es fällt ihnen offensichtlich schwer, sich zu einigen.

Frage: Sie haben dazu ja auch noch Zeit bis zum 16. Juli.

Berggruen: Wir haben nicht mehr so viel Zeit, denn das Geschäft leidet darunter. Karstadt muss schon jetzt die Weihnachtseinkäufe planen.

Frage: Was werden Sie tun?

Berggruen: Wir wollen, wenn es nicht weitergeht, in den nächsten Tagen die deutsche Regierung ansprechen, damit sie als Vermittler auf die Verantwortlichen einwirkt. Auch sie sollte ein Interesse daran haben, Karstadt zu retten. Immerhin stehen 25.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel - und viele deutsche Innenstädte.

Frage: Wie zu hören ist, drängt Highstreet auf eine Minderheitsbeteiligung und wäre damit gerne am Erfolg beteiligt.

Berggruen: Wir haben das diskutiert. Aber hier sehe ich einen Konflikt: Vermieter und Betreiber in einer Person zu sein, halte ich im Fall von Highstreet für fragwürdig.