Dem Käufer des Warenhauskonzerns Karstadt, Nicolas Berggruen, bleibt mehr Zeit für eine Einigung mit dem Immobilienfonds Highstreet über Mietsenkungen. Das Essener Insolvenzgericht vertagte die Entscheidung über die Annahme des Insolvenzplans auf den 10. August. Eigentlich wäre die Frist jetzt abgelaufen.

Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg teilte mit, er habe mit Berggruen notariell vereinbart, dass dieser die Bedingungen für den Kauf erst bis zum 8. August erfüllen müsse. Ohne die Fristverlängerung wäre der Kaufvertrag zwischen Berggruen und dem Karstadt-Insolvenzverwalter geplatzt.

Die Gefahr herrscht aber nach wie vor, dann droht die Zerschlagung des Kaufhauskonzerns mit seinen 120 Häusern. Hintergrund sind die festgefahrenen Verhandlungen zwischen Berggruen und Highstreet. Deshalb hatte der Karstadt-Käufer Görg um einen Aufschub bis Monatsende gebeten, um die Bedingungen des Insolvenzplans erfüllen zu können. Die jetzt gewährte Frist geht darüber sogar hinaus.

Berggruen hatte Anfang Juni den Zuschlag für Karstadt erhalten und dabei unter anderem gegen Highstreet im Bieterwettstreit das Rennen gemacht. Seither verhandeln der Investor und der Immobilienfonds um die US-Bank Goldman Sachs und die Deutsche Bank über die künftigen Mieten. Highstreet gehören 86 der 120 Karstadt-Filialen.

Für den Fonds hatte sich ein neues Hindernis aufgetan, das es erschwert, die Berggruen-Forderung durchzusetzen. Die frühere KarstadtQuelle-Bank Valovis, die dem Fonds ein Darlehen von 850 Millionen Euro für den Kauf von 36 Karstadt-Häusern gewährt hatte, wehrt sich gegen eine Festschreibung niedrigerer Mieten und will den Kredit so schnell wie möglich abgelöst haben, weil sie unter den Bedingungen Berggruens um ihre Sicherheiten bangt. Highstreet muss deshalb den Kredit rasch refinanzieren. Am 28. Juli will Highstreet nun über die Mietkonditionen entscheiden.