Die deutschen Maschinenbauer sind alles andere als erfreut. Dieser Tage schaltet der von den vier großen Atomkonzernen neu gegründete Verein Energiezukunft für Deutschland ganzseitige Anzeigen. Im "energiepolitischen Appell" fordert er eine längere Laufzeit von Atomkraftwerken, die weitere Privilegierung bei der Ökosteuer und einen Verzicht auf die Brennelementesteuer.

Manfred Wittenstein, Präsident des Verbands der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), gehört nicht zu den Unterzeichnern. "Der VDMA teilt den Gesamttenor des Aufrufs nicht – uns geht es in erster Linie um Planungssicherheit, wir haben uns auf den Atomausstieg eingestellt und dementsprechend investiert", sagt Thorsten Herdan, Geschäftsführer der Energiesparte des Branchenverbands.

E.on, RWE, Vattenfall und EnBW müssen so auf eine einflussreiche Stimme verzichten. Schließlich gilt der VDMA als einer der mächtigsten Wirtschaftsverbände. Er vertritt eine Branche, für die Deutschland weltweit bewundert wird: den Maschinenbau.

Die Stromkonzerne, die in Anspruch nehmen, sich um "die Sicherung der Lebensgrundlagen von morgen und die Zukunftsfähigkeit des Standortes Deutschland" zu sorgen und sich entsprechend als Sprachrohr der deutschen Wirtschaft verstehen, hatten beim VDMA angefragt. Doch Wittenstein ließ sie abblitzen.

Er ist nicht einzige. Fast alle Mitglieder des neunköpfigen Präsidiums des Industrieverbands BDI gehören zu den Appell-Unterstützern – bis auf zwei Herren: der besagte VDMA-Präsident Wittenstein und Wilhelm Scheer, Präsident des Informationstechnologieverbands Bitkom. "Wir respektieren den Aufruf, unterstützen ihn aber nicht", heißt es bei Bitkom. Lieber betont der Verband, dass seine Mitglieder doch Produkte zum Energiesparen anbieten würden.