Die Deutsche Bank wird voraussichtlich am kommenden Montag eine Kapitalerhöhung von acht bis neun Milliarden Euro bekannt geben. Das berichteten die Financial Times , das Wall Street Journal und das Handelsblatt am Freitag. Es wird erwartet, dass die Deutsche Bank die Mittel auch für die Mehrheitsübernahme der Postbank verwendet. Das Kreditinstitut wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

An der Börse kamen die Spekulationen nicht gut an. Im späten Parketthandel waren die Titel der Deutschen Bank um 5 Prozent abgesackt, im Vormittagshandel ging es mit minus 2,7 Prozent weiter bergab. Titel der Postbank hingegen legten am Donnerstag um 4,61 Prozent zu, lagen am Freitagvormittag knapp im Minus. Die Geschichte sei zwar nicht neu, sagte ein Börsianer am Morgen. Das Volumen der Kapitalerhöhung sei aber riesig.

Derzeit hält die Deutsche Bank knapp 30 Prozent an der Postbank. Im vergangenen Jahr hatten die Frankfurter mit dem zweiten Postbank-Großaktionär, der Deutschen Post, aber bereits die Mehrheitsübernahme vereinbart. Die Deutsche Bank zeichnete damals eine Pflichtwandelanleihe, die im Februar 2012 in 60 Millionen Postbank-Aktien eingetauscht werden könnte. Der Wandelkurs wurde bei 45 Euro festgesetzt. Aktuell notiert die Postbank-Aktie aber nur bei etwa 26 Euro. Ein freiwilliges Angebot für den Post-Anteil von rund 27,4 Prozent zum aktuellen Zeitpunkt wäre deshalb deutlich günstiger.

Außerdem braucht die Deutsche Bank wie jedes andere Institut Geld, um die zu erwartenden höheren Kapitalanforderungen der Regierungen ("Basel III") zu erfüllen. Auch hier spielt die Postbank-Übernahme eine Rolle, denn das auf Privatkunden spezialisierte Institut hatte den europäischen Banken-Stresstest nur knapp bestanden. Die Kernkapitalquote von 6,6 Prozent lag nur 0,6 Prozentpunkte über dem Mindestwert.