Der Insolvenzverwalter der Warenhauskette Karstadt Klaus Hubert Görg hat einen Fahrplan für die Liquidation des Unternehmens vorbereitet. Stimmen die Eigentümer der meisten Karstadtgebäude einer Mietsenkung nicht zu , sollen die Sport- und Premiumfilialen bis Jahresende verkauft werden. Die verbleibenden Kaufhäuser sollten bis Ende Februar 2011 schließen.

In einem Bericht berief sich die Financial Times Deutschland auf eine Präsentation, die Görg zusammen mit der Einladung an die Ausschussmitglieder verschickt habe. Görgs Sprecher Thomas Schulz bestätigte den Bericht, fügte aber hinzu:  "Die Szenarien, die in den Schubladen liegen, sollten dort möglichst auch bleiben."

Der Unternehmer Nicolas Berggruen will den existenzgefährdeten Warenhauskonzern nur kaufen, wenn das Unternehmens- Konsortium Highstreet die Mieten für 86 der 120 Karstadt-Immobilien senkt. Zu Highstreet gehören unter anderem die US-Investmentbank Goldman Sachs und die Deutsche Bank, die wiederum vom Einlenken der Highstreet-Kreditgeber abhängig sind. Für die Einigung müssen sie eine geringere Rendite in Kauf nehmen. 

Die Anleihe-Gläubiger von Highstreet stimmten dem Kompromiss für die Mietsenkung während eines Treffens in London bereits zu. Nun fehlen noch die Mezzanine-Kapitalgeber, auch diese seien vor einer Einigung, sagten mehrere damit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Informationen der Nachrichtenagentur dpa zufolge fehle nur noch das Einverständnis eines Investors. Die Frist dafür läuft um Mitternacht ab.

Erst wenn alle Gläubiger zugestimmt haben, kann das Amtsgericht Essen am Freitag dem Insolvenzplan und damit der Übernahme durch Berggruen zustimmen. Andernfalls wäre der Kaufvertrag des Karstadt-Insolvenzverwalters mit Berggruen nichtig.

Die Vize-Chefin der Gewerkschaft ver.di, Margret Mönig-Raane, äußerte sich zuversichtlich. "Wir sind optimistisch, dass die Abstimmung in London so abläuft, wie sich die Beschäftigten das erhoffen", sagte sie dem Tagesspiegel . Dies sei in den vergangenen Wochen nicht immer so gewesen. 

Scheitert der Einstieg Berggruens, muss der Karstadt-Konzern zerschlagen werden. Wiederholte Angebote des Mailänder Kaufhaus-Unternehmers Maurizio Borletti hatte Insolvenzverwalter Görg stets abgelehnt , da Borletti sein Ansinnen zu spät vorgetragen habe.