Die Aktionäre des spanischen Baukonzerns ACS haben Vorstandschef Florentino Perez im Übernahmekampf um den Konkurrenten Hochtief den Rücken gestärkt. Sie billigten auf einer außerordentlichen Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung, falls sie für den Schritt nötig werden sollte. Demnach kann ACS zur Finanzierung der Offerte sein Grundkapital um bis zu 50 Prozent erhöhen. Dies entspricht der Ausgabe von maximal 157 Millionen neuen Aktien. Mit den erhofften Milliardeneinnahmen will ACS die Übernahme finanziell absichern und sich gegen Abwehrmaßnahmen von Hochtief wappnen.

ACS hält bereits knapp 30 Prozent an dem Essener Konzern. Die Spanier haben vergangene Woche ihr Übernahmeangebot für den Essener Konzern bei der Bundesfinanzaufsicht (Bafin) eingereicht. Sie bieten je acht eigene Anteilsscheine für fünf Hochtief-Papiere. Die bedingte Kapitalerhöhung war notwendig, da die Spanier eine ausreichende Menge eigener Aktien belegen müssen, sollten alle Hochtief-Aktionäre das Angebot annehmen. Eine Annahme der Offerte in großem Umfang gilt allerdings als unwahrscheinlich, da die Spanier keinen Aufschlag bieten. ACS kann aber die Schwelle von 30 Prozent überschreiten und dann Hochtief-Aktien an der Börse nachkaufen, bis der Konzern die Mehrheit hat.

Hochtief wehrt sich seit zwei Monaten massiv gegen den Angriff aus Madrid. Konzernchef Herbert Lütkestratkötter hatte in der vergangenen Woche weitere Abwehrschritte angekündigt. Diese reichen von Beteiligungsverkäufen bis zu einem Sparpaket. Ziel ist es, mit Kurssteigerungen eine Übernahme zu verteuern und den spanischen Konkurrenten unter Real-Madrid-Boss Perez ins Abseits zu stellen. Dem Hochtief-Aktienkurs hat dies bislang nicht auf die Sprünge geholfen. Er lag auch am Freitag weiter bei gut 62 Euro. Hochtief behält sich weitere Maßnahmen vor und schließt weder eine Kapitalerhöhung noch eine Wandelanleihe zur Refinanzierung des Konzerns aus. Durch beide Schritte würde die Zahl der Hochtief-Aktien erhöht und eine Übernahme erschwert.