Andrew Jennings, Manager im Ruhestand, soll einem Medienbericht zufolge neuer Karstadt-Chef werden. Der Aufsichtsrat des Warenhauskonzerns habe sich auf ihn geeinigt und werde Jennings offiziell am 16. Dezember bestellen, berichtete das Manager Magazin . Demnach soll Jennings Anfang 2011 den bisherigen Geschäftsführer Thomas Fox ablösen. Karstadt lehnte einen Kommentar zu der Personalie ab.

Der Aufsichtsrat der Warenhauskette folge dem Wunsch des neuen Eigentümers Nicolas Berggruen . Aufsichtsratschef Alain Caparros dagegen habe ursprünglich einen Kenner des deutschen Handels als Chef des im Sommer aus der Insolvenz geretteten Unternehmens verpflichten wollen.

Fox hat Karstadt durch die Insolvenz geführt und soll nach der Übernahme durch den Milliardär Nicolas Berggruen noch bis nächstes Jahr Chef bleiben. Jennings würde laut dem Bericht sein neues Amt zu Beginn des kommenden Jahres antreten. Jennings hat demnach keine Kenntnisse auf dem deutschen Markt – und spricht auch nicht Deutsch.

Der gebürtige Brite war bis Anfang des Jahres Chef von Woolworths Südafrika, danach ging der 62-Jährige in den Ruhestand. Er sei zuvor in verschiedenen Einzelhandelsfirmen tätig gewesen, unter anderem auch im britischen Kaufhaus Harrods. Jennings gelte als Turnaround -Experte, das heißt, er soll sich darauf verstehen, angeschlagene Firmen wieder auf die Erfolgsstraße zu führen.

Karstadt hatte mit 120 Waren- und Sporthäusern im Sommer 2009 zusammen mit der Mutter Arcandor Insolvenz anmelden müssen . Im Oktober übernahm der Milliardär Nicolas Berggruen die Kette. Der zeitlich begrenzt für die Restrukturierung eingesetzte Geschäftsführer Fox hatte vor Kurzem ein Umsatzplus von 7,4 Prozent für das dritte Quartal verkündet. Er sieht positive Wachstumsaussichten. Bei der dringend nötigen Renovierung von Häusern gebe es aber einen Stau, der aufgelöst werden müsse, hatte er eingeräumt.