Karstadt bekommt einen neuen Chef. Der ehemalige Woolworths-Manager Andrew Jennings soll den Warenhauskonzern nachhaltig profitabel machen. Der gebürtige Brite ist seit Jahrzehnten im Handel tätig – bislang allerdings vor allem im angelsächsischen Raum, unter anderem beim renommierten britischen Kaufhaus Harrods.

Der Aufsichtsrat von Karstadt habe Jennings zum neuen Chef der Warenhauskette bestellt, teilte das Unternehmen mit. Der bisherige Karstadt-Chef Thomas Fox bleibe vorübergehend im Unternehmen, um einen "geordneten Übergang" zu sichern. Fox war noch von Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg eingesetzt worden.

Jennings sei "die bestmögliche Besetzung" für den Posten, sagte der scheidende Karstadt-Chef. Die Warenhauskette werde von "seiner internationalen Perspektive und hervorragenden Leistungsbilanz enorm profitieren".

Erst vor wenigen Wochen hatte der US-deutsche Investor Nicolas Berggruen den Konzern übernommen . Die Warenhauskette war vor über einem Jahr in die Insolvenz geraten. Die Karstadt-Pleite war Teil der Insolvenz des Mutterkonzerns Arcandor – der größten Insolvenz in der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Jennings ist der Wunschkandidat von Karstadt-Eigentümer Berggruen. Aufsichtsratschef Alain Caparros wollte einem Medienbericht zufolge dagegen ursprünglich einen Kenner des deutschen Handels auf den Posten heben. Jennings hat demnach keine Kenntnisse auf dem deutschen Markt und spricht auch kein Deutsch.

Er leitete bis Ende 2009 Woolworths in Südafrika. Sie ist unabhängig von der in Deutschland bekannten Woolworth-Kette, die ohne "s" am Ende geschrieben wird. Woolworth in Deutschland war in der Finanzkrise in Insolvenz gegangen. Die meisten Läden kaufte aber die Tengelmann-Gruppe. Sie blieben erhalten.

Jennings gilt als Turnaround -Experte – einer, der geschwächte Firmen wieder auf Erfolgskurs bringt. Mit diesem Auftrag war er auch bei Woolworths in Südafrika aktiv. Die Kette hat 400 Filialen und machte zuletzt umgerechnet rund zwei Milliarden Euro Umsatz.