Drei Wochen nach einer gefährlichen Triebwerkspanne will die australische Fluggesellschaft Qantas seine Airbus-A380-Flotte ab Samstag wieder in Betrieb nehmen. Qantas-Chef Alan Joyce kündigte an, er werde beim ersten Flug von Sydney nach London nach der Zwangspause mit an Bord des Superjumbos sein. Zunächst sollten zwei der sechs Großflugzeuge wieder eingesetzt werden.

Bis auf weiteres sollen die Maschinen aber nicht mit voller Leistung fliegen, sagte Joyce. Hierbei handle es sich um eine Betriebsanweisung der Qantas und nicht um die des Herstellers, betonte er. Außerdem dürften die Piloten jederzeit die maximale Schubkraft einsetzen, wenn es während des Fluges erforderlich werden sollte.

Qantas wird laut Joyce nicht von seiner Bestellung weiterer A380-Maschinen abrücken; zwei sollen noch in diesem Jahr geliefert werden, zwei weitere im nächsten Jahr. Auch die neuen Maschinen werden von Trent 900-Triebwerken von Rolls Royce angetrieben.

Ein Motorschaden hatte einen Airbus A380 von Qantas Anfang November zu einer dramatischen Notlandung in Singapur gezwungen. Bei dem Triebwerksbrand hatten sich Triebwerksteile gelöst und die Tragflächen beschädigt. Daraufhin ließ die Airline ihre A380-Flotte komplett am Boden.

Nach einer umfassenden Überprüfung seien zwei Maschinen einsatzbereit, sagte Joyce. Vier weitere würden  gemeinsam mit Airbus und dem britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce noch gewartet.

Rolls-Royce hatte eingeräumt, dass ein Ölbrand die Ursache für den Schaden an dem notgelandeten Superjumbo gewesen sei. Nach dem Zwischenfall müssen nun weltweit Dutzende Triebwerke ausgewechselt werden. Singapore Airlines ließ drei seiner elf A380 vorübergehend am Boden. Die Lufthansa wechselte bei einem A380 als Vorsichtsmaßnahme das Triebwerk aus. Der doppelstöckige Flieger ist das größte Passagierflugzeug der Welt.