Trotz der massiven Probleme mit seinen Triebwerken für den Riesen-Airbus A380 hat Rolls-Royce einen Großauftrag aus China erhalten. Rolls-Royce werde Triebwerke für zehn von Air China bestellte Langstrecken-Airbus A350 XWB bauen, teilte der britische Konzern mit. Zudem werde es die Motoren für zehn A330 der chinesischen Airline liefern.

Das Prestigeprojekt A350 XWB ist ein vorwiegend mit leichten Kohlefaserverbundstoffen gebautes Flugzeug für Langstrecken. Die Maschine, die mit dem Boeing-Vorzeigeprojekt Dreamliner konkurrieren soll, soll ab dem Jahr 2013 ausgeliefert werden. Der A330 gehört zum derzeitigen Standardrepertoire von Airbus. Von diesen Maschinen hat Air China schon zahlreiche im Dienst.

Rolls-Royce ist in die Kritik geraten , weil ein Airbus 380 jüngst wegen eines Triebwerkproblems notlanden musste. Ursächlich für den schweren Triebwerkschaden soll ein Ölbrand gewesen sei, der einen A380 der australischen Fluggesellschaft Qantas Anfang November in Singapur zurück auf den Boden zwang. Mehrere Rolls-Royce-Triebwerke an anderen Maschinen des größten Passagierflugzeugs der Welt mussten ausgewechselt werden. Airbus will Schadenersatz von Rolls-Royce verlangen.

Weltweit sind insgesamt 38 A380-Maschinen in Betrieb. Die 21 Flugzeuge von Lufthansa, Qantas und Singapore Airlines sind mit Triebwerken des britischen Rolls-Royce-Konzerns bestückt. Die anderen Airlines, darunter Air France, fliegen mit Triebwerken von Engine Alliance, einem Zusammenschluss der US-Konzerne General Electrics und Pratt & Whitney.