Seit Jahren schon währt der Streit um Realisierung und Finanzierung des Airbus A400M . Der Militärtransporter aus dem Hause EADS sollte eigentlich schon seit dem Jahr 2008 im Einsatz sein. So jedenfalls hatten es der Rüstungskonzern und die sieben Bestellnationen – neben Deutschland sind dies Frankreich, Großbritannien, Spanien, Belgien, Luxemburg und die Türkei – vereinbart. Doch der Airbus-Mutterkonzern musste die Militärs immer wieder vertrösten. Der Grund waren Missmanagement und technische Probleme. Die Folge: Enorme Mehrkosten, über deren Finanzierung sich die Verhandlungspartner lange gestritten, sich nun aber endgültig geeinigt haben.

Auf einem Treffen in Toulouse erneuerten die sieben Käuferländer gegenüber EADS ihre bereits im Frühjahr gemachte Zusage : Sie werden insgesamt 3,5 Milliarden Euro der von EADS auf 5,2 Milliarden Euro veranschlagten zusätzlichen Kosten mittragen, umso Europas wichtigstes Rüstungsprojekt zu retten. Im Gegenzug verringern manche Länder ihre Order, allen voran Deutschland.  

So wird die Bundeswehr nicht mehr wie geplant 60, sondern nur noch 53 Militärtransporter kaufen. Um Mehrkosten für den Bund zu vermeiden, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, würde die Bestellung der verbliebenen sieben A400M in eine Option umgewandelt. Zudem verzichtet die Bundeswehr auf die geforderte vollautomatische Tiefflugfähigkeit des A400M. "Mit diesen Maßnahmen wird der deutsche Anteil an der Preiserhöhung von rund 670 Millionen Euro kompensiert."

Zwischenzeitlich stand das gesamte Projekt vor dem aus. Der EADS-Konzern, der von Frankreich und Deutschland dominiert wird, drohte sogar mit einer Einstellung des Prestige-Fliegers, falls die Staaten nicht genug Geld nachschießen. Über viele Monate stritten Politiker und Topmanager über das Programm, an dem nach Angaben des Konzerns europaweit rund 40.000 Arbeitsplätze hängen.

Nun soll die Serienproduktion der dringend benötigten Maschinen gegen Ende des Jahres beginnen. Insgesamt wird Airbus dann aber nur 170 statt der ursprünglich vorgesehenen 180 Flugzeuge ausliefern. Eine erste Maschine soll Frankreich im Jahr 2013 bekommen. Die Auslieferung der ersten Maschine an die Bundeswehr war zuletzt für 2014 geplant. "Das Testflug-Programm macht erstklassige Fortschritte", hieß es bei Airbus in Toulouse.

Die A400M ist als Mehrzweck-Militärtransporter mit extrem vielseitigen Fähigkeiten konzipiert. Das 45 Meter lange Flugzeug soll 37 Tonnen Nutzlast bis hin zu gepanzerten Fahrzeugen, Hubschraubern oder schwerem Räumgerät über 8700 Kilometer transportieren können. Gleichzeitig soll es in der Lage sein, sowohl schnell fliegende Kampfjets als auch langsame Hubschrauber in der Luft zu betanken.