Die BayernLB fordert von ihrem früheren Risikovorstand Gerhard Gribkowsky offenbar Schadenersatz in Millionenhöhe. Der wegen Korruptionsverdacht in Untersuchungshaft sitzende 52-Jährige solle für das Desaster zahlen, das der Einstieg bei der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) verursacht habe, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Das habe der vom bayrischen Finanzminister Gerhard Fahrenschon (CSU) geleitete Verwaltungsrat beschlossen. Eine entsprechende Klage sei bereits beim Landgericht München eingereicht, schrieb das Blatt.

Die BayernLB hatte infolge der HGAA-Übernahme 3,7 Milliarden Euro verloren und musste von der Landesregierung mit zehn Milliarden Euro aus Steuermitteln gestützt werden. Dem Bericht zufolge will die Landesbank wegen des Geschäfts gegen insgesamt acht frühere Vorstandsmitglieder einschließlich Ex-Vorstandschef Werner Schmidt vorgehen. Die BayernLB fordere von ihrer früheren Führungsriege insgesamt 200 Millionen Euro – dies könne für die Manager die Pleite bedeuten, schrieb die SZ.

Die Klage gegen Gribkowsky wird dem Bericht zufolge nun vorgezogen, um Zugriff auf das Vermögen in Höhe von 25 Millionen Euro zu erhalten, das der Ex-Manager in der österreichischen Privatstiftung "Sonnenschein" angelegt hat. Dabei soll es sich um Bestechungsgeld handeln soll, das Gribkowsky im Zuge des Verkaufs von Formel-1-Rechten durch die BayernLB erhalten haben soll. Wegen des Verdachts der Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung sitzt der frühere Vorstand bereits in Untersuchungshaft.

Finanzminister Fahrenschon sagte, man habe "unverzüglich gehandelt", um an das Vermögen von Gribkowskys Privatstiftung heranzukommen. Das werde man in enger Abstimmung mit der Münchner Staatsanwaltschaft auch weiter vorantreiben. Fahrenschon hatte dem bayrischen Landtag gleich nach Bekanntwerden von Gribkowskys heimlichen Geschäften mitgeteilt, sein Ministerium habe davon nichts gewusst. Nun werde geprüft, ob sich zusätzlich zum Fall der HGAA weitere Schadenersatzansprüche gegen Gribkowsky ergeben könnten.