Der Bankrott hatte sich seit Monaten abgezeichnet. Trotz neuer Führungskräfte, Stellenstreichungen und einer Umschuldung war es Borders nicht gelungen, die anhaltenden Verluste einzugrenzen. Nun ging das Unternehmen zum Insolvenzgericht, um Schutz vor seinen Gläubigern zu suchen und hofft auf einen Neustart. Dazu hat sich Borders einen frischen Kredit über 505 Millionen Dollar gesichert. 

Dem Unternehmen sei das Geld ausgegangen, räumte Firmenchef Mike Edwards in einer Mitteilung ein. Mithilfe der Mitarbeiter, Buchverlage und Kreditgeber werde es Borders aber gelingen, der Insolvenz zu entkommen, sagte er. Das Unternehmen kündigte an, 30 Prozent der Filialen zu schließen. Damit fallen etwa 200 Standorte weg.

Borders leidet darunter, dass viele Kunden seit der Wirtschaftskrise kaum noch Geld für Bücher ausgeben oder lieber beim Online-Unternehmen Amazon einkaufen. Auch der in den USA weit fortgeschrittene Siegeszug der elektronischen Bücher macht Borders zu schaffen. Die Lesegeräte gehen inzwischen zu Spottpreisen ab umgerechnet 100 Euro über die Theke. Auch Apple war mit seinem Tablet-Computer iPad in den Markt eingestiegen.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2010 summierte sich das Minus auf 185 Millionen Dollar. Gesamtjahreszahlen liegen noch nicht vor. Auch der US-Rivale Barnes & Noble hat Probleme und erwägt zurzeit, sich selbst zu verkaufen.