Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge sollen Manager der Deutschen Telekom versucht haben, als Gegenleistung für einen verlängerten Sponsorenvertrag zugunsten des VfL Wolfsburgs Millionenaufträge von Volkswagen zu bekommen. Der Autohersteller ist Haupteigner des VfL. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart habe in dem Fall bereits Ermittlungen aufgenommen und mehrere Büros der Telekom-Tochter T-Systems, des VW-Unternehmens sowie des Fußball-Bundesligisten durchsucht.

Dem Bericht zufolge stehen im Zentrum des Falles zwei frühere Manager und ein ehemaliger Berater von T-Systems sowie zwei Mitarbeiter aus dem Einkauf von VW. Mitarbeiter des VfL seien dagegen nicht verdächtig. Auslöser der Ermittlungen sei die Telekom selbst gewesen: Die Konzernspitze habe Unregelmäßigkeiten bei ihrer Tochterfirma registriert, die für die Akquise von Großaufträgen zuständig ist. Ein führender Manager von T-Systems habe bereits im Herbst 2010 gehen müssen, nachdem intern der Verdacht aufgekommen sei, dass Vorschriften nicht eingehalten wurden.

Der Telefonie-Konzern trenne streng zwischen Kundenwerbung und Sponsoring, um zu vermeiden, dass eigene Mitarbeiter Aufträge durch die Aussicht auf Sponsorgeld einwerben, schreibt das Blatt. Die beschuldigten Manager sollen dem Bericht zufolge diese Regelung umgangen haben, indem sie für Aufträge von VW die Verlängerung eines Mitte 2010 auslaufenden, millionenschweren Sponsor-Vertrags beim VfL Wolfsburg in Aussicht stellten. VW habe mitgeteilt, die Staatsanwaltschaft in vollem Umfang zu unterstützen, berichtete die Zeitung weiter.