Die Fusion von Porsche und Volkswagen ist in Gefahr: Zwar wurden Teile der Ermittlungen gegen den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und seinen früheren Finanzchef Holger Härter eingestellt, neue sind jedoch hinzugekommen. Der Vorwurf der handelsgestützten Marktmanipulation sei fallen gelassen worden, teilte Staatsanwältin Claudia Krauth mit. Gleichzeitig habe die Staatsanwaltschaft Stuttgart das Verfahren gegen die beiden Manager um den Verdacht der Untreue erweitert.

Die Staatsanwaltschaft prüft danach den Vorwurf, dass die ehemaligen Vorstände im Zuge des gescheiterten Übernahmeversuchs – Porsche wollte Volkswagen schlucken – "existenzgefährdende Risiken" für das Stuttgarter Unternehmen durch den Abschluss von Aktienkurssicherungsgeschäften eingegangen seien. Ferner gibt es auch Ermittlungen wegen des Verdachts des Kreditbetrugs gegen drei verantwortliche Porsche-Mitarbeiter aus dem Finanzbereich. Es werde geprüft, ob sie im Rahmen der Verhandlungen zur Refinanzierung der von der Porsche Automobil Holding SE abgeschlossene Kredite unrichtige oder unvollständige Angaben gegenüber einer der beteiligten Bank gemacht haben.

Zuvor hatte Porsche in der Nacht mitgeteilt, dass der Zeitplan zur Fusion zwischen den Stuttgartern und Volkswagen möglicherweise nicht eingehalten werden könnte. Durch die länger als geplant andauernden Ermittlungsverfahren gegen zwei ehemalige Porsche-Vorstände sei die Wahrscheinlichkeit, die Fusion wie bisher vorgesehen im laufenden Jahr auf den Weg zu bringen, von 70 auf 50 Prozent gesunken, teilte Porsche mit. Das Projekt könnte aber auch ganz scheitern: "Kommt es zu wesentlichen Verzögerungen des Verschmelzungsprozesses gegenüber dem Zeitplan der Grundlagenvereinbarung, sinkt nach Einschätzung des Vorstands der Porsche SE auch die Wahrscheinlichkeit eines Gelingens der Verschmelzung insgesamt", hieß es in der Erklärung weiter.