Der Bund könnte sein Sorgenkind Hypo Real Estate (HRE) schneller als gedacht wieder loswerden. Denn eineinhalb Jahre nach der Verstaatlichung hat sich die Immobilienbank mit ein paar Kniffen für einen Verkauf herausgeputzt: Ihren milliardenschweren Ballast kippte sie in eine gigantische Bad Bank ab und gab ihrem profitablen Kerngeschäft den neuen Namen Deutsche Pfandbriefbank. Diese erwartet in diesem Jahr schon wieder acht Milliarden Euro Neugeschäft.

Im vergangenen Jahr schmolz das Minus durch die Auslagerung des Risikogeschäfts von 2,2 Milliarden Euro auf 859 Millionen Euro vor Steuern zusammen. "Wir kehren mit voller Kraft an die Märkte zurück", sagte HRE-Chefin Manuela Better. Im laufenden Jahr rechnet sie für die Pfandbriefbank mit einem Gewinn. Damit ist das Ziel, die Bank zu privatisieren, ein gutes Stück näher gerückt.

Zu verdanken hat die HRE ihre Entwicklung der wirtschaftlichen Erholung und einer gigantischen Umbuchungsaktion: Problemkredite lagerte sie im vergangenen Oktober in ihre Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement aus, die sich nun mit den Altlasten der HRE im Wert von 178 Milliarden Euro herumschlagen muss. In unmittelbarer Nachbarschaft der HRE muss die FMS mit einer Mini-Mannschaft versuchen, alles wieder zu Geld zu machen. Und wer hilft ihr dabei? Die HRE. Die Bank hat nach Angaben von Better mit der Abwicklungsanstalt einen dreijährigen Kooperationsvertrag geschlossen, um sie mit ihrem Know-how bei der Arbeit zu unterstützen.

Nach Einschätzung von Experten kann es noch Jahrzehnte dauern, bis die Bad Bank aufgelöst werden kann. Unter anderem verwaltet die Abwicklungsanstalt Griechenland-Anleihen, die derzeit wegen der schwierigen Lage des Landes kaum handelbar sind. Durchschnittlich haben sie eine Laufzeit von rund 20 Jahren. Zumindest Garantiegebühren an den Bund muss die Abwicklungsanstalt nicht mehr zahlen: Am Mittwoch gab sie ihre letzten Garantien in Höhe von 15 Milliarden Euro zurück, da sie als Anstalt öffentlichen Rechts auch so als äußerst kreditwürdig gilt.

Die EU-Kommission sieht in der Bilanzbereinigung und Entlastung über die Bad Bank eine unzulässige Beihilfe und könnte möglicherweise in der Folge eine weitere Verkleinerung der HRE verlangen. Better zeigte sich aber zuversichtlich. "Die Gespräche mit der EU-Kommission sind äußerst konstruktiv."

Wann die Deutsche Pfandbriefbank vom Bund an einen privaten Besitzer wechselt, ist noch offen und auch der mögliche Kaufpreis ist unklar. Für den Bund ist ein Verkauf nach Einschätzung des Managements aber die beste Wahl. Die jüngste finanzielle Entwicklung der HRE-Kernbank habe gezeigt, dass die Fortführung der richtige Weg sei, ließ Finanzminister Wolfgang Schäuble seinen Sprecher mitteilen. Für die Mitarbeiter der HRE waren diese klaren Worte nach Jahren der Ungewissheit Seelenbalsam. Ein so klares Bekenntnis aus Berlin sei seit dem Ausbruch der Krise 2008 noch nicht gekommen. "An dem Tag hat jeder im Haus gelächelt", heißt es im Unternehmen.