Die Deutsche Telekom hat ihr schwächelndes US-Mobilfunkgeschäft für rund 28 Milliarden Euro (39 Mrd. Dollar) an den US-Telekomkonzern AT&T verkauft. Das teilten beide Unternehmen in Bonn und Dallas mit. Die Amerikaner zahlen 10 Milliarden Euro des Kaufpreises für T-Mobile USA in eigenen Aktien. Die Telekom wird damit bis zu acht Prozent Anteil am US-Branchenführer erhalten und größter Minderheitsaktionär von AT&T werden.

Der amerikanische Konzern hat sich das Recht vorbehalten, den Baranteil zu erhöhen und dafür weniger eigene Aktien herzugeben. Die Deutschen werden jedoch mindestens fünf Prozent der Anteile erhalten. Die Telekom selbst will mit dem größten Teil des Geldes die Schulden reduzieren – 13 Milliarden Euro sollen dafür verwendet werden. Zudem sollen für fünf Milliarden Euro eigene Aktien zurückgekauft werden.

Die Telekom hatte sich zuletzt alle Möglichkeiten offen gelassen: Eine Partnerschaft, einen Börsengang, einen teilweisen oder kompletten Verkauf der Tochter oder einer Netzkooperation. Seit drei Jahren gab es immer wieder Spekulationen über eine Verbindung zwischen T-Mobile USA und der Nummer drei Sprint Nextel.

Die Telekom hatte 2001 die US-Mobilfunkanbieter VoiceStream und Powertel gekauft und sie später in T-Mobile USA umbenannt. Der Kaufpreis wurde damals auf rund 28 Milliarden Dollar taxiert, ist aber wegen schwankender Aktienpreise nicht vergleichbar. Zudem steckte die Telekom in der Zwischenzeit viel Geld in das Netz.

Die Nummer vier im amerikanischen Mobilfunk-Markt verlor Kunden, und drohte hinter die Konkurrenz zurückzufallen. Viele Nutzer beschweren sich über eine unzureichende Netzabdeckung und wanderten zu den größeren Anbietern ab. Ende 2010 hatte T-Mobile USA noch rund 34 Millionen Kunden.